Mit Enttäuschung wird im badischen Laufenburg das Ergebnis des Referendums in der Schweizer Schwesterstadt über das Museum Schiff hingenommen. Dort hatten die Bürger am Sonntag mit der knappen Mehrheit von 483 zu 451 Stimmen entschieden, kein Geld für die vom Museumsverein vorgeschlagene Sanierung und Erweiterung des Museumsgebäudes zur Verfügung zu stellen. An dem 4,1 Millionen Franken (3,9 Millionen Euro) teuren Projekt hätte sich Laufenburg/D mit 110.000 Franken (103.000 Euro) beteiligen sollen, Laufenburg/CH mit 850.000 Franken (800.000 Euro), der Rest sollte vor allem mit Zuschüssen des Kantons und von Swisslos finanziert werden.

Bürgermeister Ulrich Krieger
Bürgermeister Ulrich Krieger | Bild: Michaela Geng

„Ich finde den Ausgang der Abstimmung sehr bedauerlich“, erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger. Das Museum Schiff sei das Gedächtnis beider Laufenburg. Es widme sich der Geschichte der vereinten und vor 200 Jahren getrennten Stadt und sei deshalb einzigartig. Allerdings bedürfe das Gebäude an der Fluhgasse 156 dringend einer Sanierung. Hierfür habe der Museumsverein ein „sehr überzeugendes Konzept“ vorgelegt, das nun leider Makulatur sei. Akuter Handlungsbedarf bestehe deshalb weiterhin. Notwendige Maßnahmen müssten nun aber ohne die Swisslos finanziert werden, deren finanzielle Unterstützung an die Schaffung bestimmter Standards geknüpft gewesen sei.

Stadtarchivar Martin Blümcke
Stadtarchivar Martin Blümcke | Bild: Werner Probst

„Laufenburg trägt in seinen Werbeschriften gern den Titel ‚Kulturstadt‘. Doch sie sollten sich wohl besser ‚Schlafstadt‘ nennen“, spottete Martin Blümcke, ehrenamtlicher Stadtarchivar im badischen Laufenburg, Gestalter zahlreicher Ausstellungen im Museum Schiff und Ehrenmitglied des Museumsvereins über die Gegner des Projekts und ihren Abstimmungssieg. Es sei unstrittig, dass das Dach des Museumsgebäudes dringend saniert werden müsse, auch der Einbau eines Aufzugs sei unbedingt vonnöten. Die gegen die Vorschläge des Museumsvereins vorgetragenen Bedenken ließen sich auch gegen jedes andere Projekt vorbringen.

Museumsverein-Vorstandesmitglied Erich Lauber
Museumsverein-Vorstandesmitglied Erich Lauber | Bild: Peter Schütz

„Es war ein sehr knappes Abstimmungsergebnis. Schon deshalb darf man jetzt die Flinte nicht ins Korn werfen“, sagt Erich Lauber. Der ehemalige Hauptamtsleiter vertritt im Vorstand des Museumsvereins die Mitglieder aus Laufenburg/D. Zwar findet auch er es schade, dass das vorgeschlagene Sanierungskonzept keine keine Mehrheit gefunden habe. Aber nun müsse eben ein neues Konzept für Umbau und Finanzierung des Museums erarbeitet werden. Denn eines sei klar: „Ohne Zuschüsse kann die Stadt das allein nicht stemmen.“

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