Frau Hahn, Herr Schumpp, wie würden Sie den Weg bis zur Eröffnung des neuen Abenteuerlandes beschreiben?

Ulla Hahn: Es war ein aufregender, arbeitsreicher Weg. Es war nicht einfach, alle ins Boot zu bekommen. Wir waren auf Hilfe angewiesen, zum Beispiel auf günstige Handwerker. Ich denke, das gute Zusammenspiel von Diakonie, Kommune und der Wirtschaft war ausschlaggebend für den Erfolg. Und natürlich die ehrenamtliche Unterstützung. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch das Abenteuerland. Geholfen haben uns sicher auch die langjährigen Erfahrungen im alten Abenteuerland.

Ulla Hahn, Leiterin des Familienzentrums Hochrhein (FAZ).Bild: Ursula Freudig
Ulla Hahn, Leiterin des Familienzentrums Hochrhein (FAZ).Bild: Ursula Freudig

Das Abenteuerland ist naturnah angelegt, können Sie das noch etwas genauer erklären?

Andreas Schumpp: Es geht darum, die Natur zu erleben, sie Wert zu schätzen und in Einklang mit ihr zu sein. Deshalb sind wir zum Beispiel auch nicht an die Wutach gegangen, weil es die Fische durch das wenige Wasser schwer genug haben und nicht gestört werden sollen. Es geht auch um Nachhaltigkeit. Alle Holzbretter, die wir für den Hüttenbau verwenden, werden nach dem Abbau eingelagert und wieder verwendet. Weiterhin lernen die Kinder den Umgang mit Werkzeugen und das Miteinander. Sie müssen Kompromisse schließen und aufeinander eingehen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, Sachen zu lernen und zu erfahren, die sie im späteren Leben begleiten.

Andreas Schumpp, FAZ-Projektleiter "Abenteuerland".Bild: Ursula Freudig
Andreas Schumpp, FAZ-Projektleiter "Abenteuerland".Bild: Ursula Freudig

Ulla Hahn: Es ist schlimm und paradox, dass wir ein Abenteuerland bauen müssen, damit die Kinder die Natur erleben können. Kinder müssen sich bewegen und Körpererfahrungen machen. Das heißt aber nicht, dass sie die Medien nicht brauchen, beides ist nötig.

Hier kommen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen, klappt das?

Ulla Hahn: Im Freizeitbereich funktioniert es relativ problemlos, man muss sich nur darauf einlassen. Durch meine behinderte Tochter weiß ich, dass es in der Schule viel schwieriger ist. Dort ist Leistungsdruck. Oft sagen Eltern, dass behinderte Kinder die anderen aufhalten.

Wie wichtig sind gute Betreuer?

Andreas Schumpp: Sehr wichtig. Wir haben eine verlässliche Betreuung, die einiges abverlangt. Betreuer und Helfer müssen es schaffen, dass in ihrer Gruppe ein Gruppengefühl wächst, die Kleinen auf die Großen hören und zusammen was machen. Die Betreuer und Helfer werden bezahlt, aber anderswo würden sie oft mehr bekommen. Ihre Motivation kommt nicht übers Geld, sondern über die Anerkennung und die strahlenden Augen der Kinder.

70 Euro hat bei den Ferienfreizeiten die Woche für Lauchringer, 75 für Auswärtige gekostet, kommen Sie damit hin?

Ulla Hahn: Die große Endabrechnung kommt noch. Wir hoffen, dass wir ei-nigermaßen hinkommen und die Preise stabil halten können.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ulla Hahn: Dass wir angenommen werden, immer viel Leben im Abenteuerland ist und wir weiterhin unterstützt werden.