Als Teil einer Gemeinschaft etwas zu erschaffen, ist gut für die Seele, stärkt die Persönlichkeit und ganz nebenbei kann man Deutsch lernen. Mit dem neuen Seminarangebot „Zusammen-nähen – Kulturen kreativ begegnen“ bietet das Diakonische Werk in Zusammenarbeit mit der Modedesignerin und Damenschneiderin Katja Bercher von der Nähwerkstatt "Fadenlauff" in Lachringen Migranten die Möglichkeit, mit deutschen Bürgern in Kontakt zu kommen, die Kultur kennenzulernen und handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen.

Fundierte Kompetenzen des Nähens

Unter professioneller Anleitung erlernen deutsche und ausländische Teilnehmer in zehn Seminareinheiten fundierte Kompetenzen des Nähens und Schneiderns. Gearbeitet wird nicht nur mit neuen Stoffen, auch der Trend des Upcycling (Verwertung von Resten, Ausschuss oder gebrauchten Produkten), ist Inhalt des Seminars.

Sechs Seminare in Planung

Geplant sind für 2018/2019 vorerst sechs Seminare, die ersten starten Mitte September. Marion Pfeiffer, Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingsarbeit des Diakonischen Werks Hochrhein, fädelt das neue Integrationsprojekt ein, unterstützt wird sie von Ulrike Corell, Kirchenbeauftragte für Flucht und Migration. „Ich freue mich, dass wir im Rahmen des Landesprogramms ‚Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft’ vom Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert werden“, erklärt die Projektleiterin.

Auch Kinderbetreuung wird angeboten

Dadurch kann der Kurs zu der Seminargebühr von 15 Euro angeboten werden. Drei Vormittags- und drei Spätnachmittagskurse sind geplant, vormittags wird eine Kleinkindbetreuung organisiert, so wissen junge Mütter ihre Kinder gut versorgt. Fachfrau Katja Bercher wird die Kurse mit Unterstützung ihrer Kollegin Giuseppa Hilpert in der Nähwerkstatt "Fadenlauff" leiten.

Vorkenntnisse nicht nötig

Vorkenntnisse oder Nähutensilien sind nicht notwendig. „Alles, was die Teilnehmer mitbringen sollten, ist Lust auf kreatives Arbeiten“, erklärt Katja Bercher. „Durch die bunte Vielfalt der Teilnehmer entwickelt sich in der Zusammenarbeit ein Verständnis für andere Kulturen und gleichzeitig werden Vorurteile abgebaut und Kontakte geknüpft“, erklärt die Projektleiterin, die sich eine Mischung von einem Drittel deutscher und zwei Dritteln ausländischer Teilnehmer wünschen würde.

Sprache wird nebenbei gefördert

Die Sprache ist Deutsch, somit hat die Sprachförderung einen wichtigen Stellenwert. Am Ende ist eine Modenschau geplant, bei der alle Teilnehmer ihre Kreationen präsentieren können. Marion Pfeiffer sieht nach der Seminarteilnahme auch Vorteile im beruflichen Bereich: „Wir knüpfen bereits Kontakte zu sozialen Einrichtungen, die Interesse zeigen, Änderungs- oder Reparaturarbeiten abzugeben. Selbst eine Schneiderausbildung in einer heimischen Werkstatt wäre bei Eignung denkbar.

Kontakt: Interessierte können sich bei Marion Pfeiffer anmelden unter der Telefonnummer 07751/830 40 oder per E-Mail (m.pfeiffer@dw-hochrhein.de).