Auf einen Rutsch hat der Rhein bei Küssaberg 15.000 neue Bewohner bekommen. Der Angelsportverein Küssaberg und der Klettgauer Angelsportverein Tiengen haben in einer gemeinsamen Aktion 15.000 Bachforellen besetzt. Der Besatz fand zwischen Rekingen und Ettikon im Fließwasserbereich statt.

Hohe Temperaturen setzen Bachforelle zu

Forellen benötigen sandig-kiesigen Grund, abwechslungsreiche Strukturen und sauerstoffreiches Wasser. Der Besatz wurde von den Behörden genehmigt und erfolgte auf Initiative der beiden Vereine. Die Bachforellenpopulation ist die vergangenen Jahre stark zurückgegangen. Grund ist unter anderem der Klimawandel, dieser sorgt für höhere Wassertemperaturen im Sommer.

Peter Meier vom Klettgauer Angelsportverein Tiengen und Michael Friedetzky vom ASV Küssaberg setzen die Fische in den Rhein.
Peter Meier vom Klettgauer Angelsportverein Tiengen und Michael Friedetzky vom ASV Küssaberg setzen die Fische in den Rhein. | Bild: Angelsportverein, Hubert Metzler

Dieser Umstand ist für die Bachforelle weniger zuträglich. Die Besatzmaßnahme soll helfen, den Bestand mittelfristig zu stabilisieren und die Population zu erhalten.

Die eingesetzten Jungfische sind etwa sieben bis neun Zentimeter lang und ein Jahr alt. Sie stammen aus der Fischzucht von Josef Weiss aus Wutöschingen-Ofteringen. Die erfahrenen Gewässerwarte Peter Maier, Piotr Pindor und Michael Friedetzky waren von der Qualität des Nachwuchses begeistert.

Es wird etwa drei Jahre dauern, bis die ersten Fische die Laichreife erreicht haben und selbst für Nachwuchs sorgen können. In diesem Rheinabschnitt dürfen Bachforellen erst ab einer Länge von 35 Zentimetern entnommen werden. So soll gewährleistet werden, dass die Fische mindestens einmal laichen können.

Stress für die Fische vermeiden

Beim Besatz wurde sorgfältig darauf geachtet, dass die Fische keinen Stress haben. Ein kurzer Transportweg, permanente Sauerstoffzufuhr und eine gute Auswahl der Besatzplätze sind wichtig. Die Gewässerwarte des Angelsportverein Küssaberg und der Klettgauer Angelsportverein Tiengen kennen die Vereinsgewässer und haben sich vorab dazu besprochen.

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Kehrwasser und flach abfallende Bereiche, mit kleinen Unterständen sind ideal. Keinesfalls darf der Besatz direkt in schnell strömende Bereiche erfolgen, da die Jungfische erst lernen müssen mit dieser umzugehen.

Vom Kescher aus dem Transportbecken vorsichtig in einen Eimer, das Wasser langsam mit Rheinwasser vermischen, damit die Fische keinen Temperaturschock bekommen und dann langsam an vielen verschiedenen Stellen ins Wasser entlassen – so stand dem erfolgreichen Umzug nichts mehr im Weg.

15.000 kleine Bachforellen haben im Rhein eine neue Heimat gefunden.
15.000 kleine Bachforellen haben im Rhein eine neue Heimat gefunden. | Bild: Angelsportverein, Hubert Metzler

Die Gewässerwarte der beiden Vereine zeigten sich zufrieden mit der Maßnahme und erfreuten sich an den aktiven Jungfischen, welche die Besatzstellen gleich neugierig erkundeten.

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