Mehr als 25 Störche kreisen derzeit über dem Zoo Basel, und mancher von ihnen ist ein Rückkehrer aus dem Winterquartier in Spanien. Etwa 15 der Vögel haben den Winter in Basel verbracht. Anhand der mit Nummern versehenen Ringe, die die Störche um das Bein tragen, lassen sich die Individuen unterscheiden.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Den Frühlingsrausch der Zolli-Störche erkennt man an ihrem emsigen Treiben, wie der Zoo Basel informiert: „Einige Horste sind bereits besetzt, und die vertrauten Partner begrüßen sich mit heftigem Schnabelgeklapper. Allzu neugierige Artgenossen werden vehement vom Nest vertrieben. Selbst erste Paarungen wurden schon beobachtet.“

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Vom Küken zum Erwachsenenleben im Schnelldurchlauf

Wissenswertes haben die Tier-Experten im Zoo zusammengetragen: Weißstörche sind wahre Hochleistungssportler. Kommen die Vögel im Februar aus dem Süden, bleibt ihnen nicht viel Zeit für die Aufzucht des Nachwuchses.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Bereits im März beginnen sie mit der Brut. Sie legen zwei bis vier Eier und bebrüten sie rund 30 Tage. Die Küken schlüpfen im April.

Dann folgt die anstrengendste Phase: Die jungen, hungrigen Küken wachsen schnell und die Eltern müssen unermüdlich Futter heranschaffen. Drei Monate nach dem Schlupf sind die Jungen so groß wie ihre Eltern. Im Juli wagen sie ihre ersten Flugversuche. Im August machen sich die Jungen dann auf ihre erste große Reise in den Süden. Die Eltern warten noch etwas und sammeln sich erst im September, um dann ebenfalls Richtung Süden zu fliegen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

In diesem engen Zeitplan kann jede Verzögerung dazu führen, dass die Jungen später im Jahr selbstständig werden. Dann wären sie aber nicht rechtzeitig bereit für den Aufbruch in den Süden.

Störche brauchen Feuchtgebiete

„Die heikelste Phase für die Weißstörche ist aber nicht der Beginn der Brut, sondern der warme Sommer.“, darauf weisen die Experten hin. In ausgetrockneten Böden finden sie zu wenig Futter für die Aufzucht der Jungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Weißstörche im Sommer Feuchtgebiete, Wiesen und intakte Sumpflandschaften aufsuchen können, um dort nach Nahrung zu suchen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Im Zolli hofft man nun auf ein gutes Storchenjahr. 2020 haben über 35 Paare im Zoo Basel erfolgreich gebrütet.