Die Wildtiere leben mitten unter uns. Das besagen jedenfalls die Erkenntnisse aus dem Wildtiermonitoring am Hochrhein, die im Kreistagssaal vorgestellt worden sind. Mehr als 100.000 Bilder mit 9388 Tiersequenzen, die Einblicke in das heimliche Leben der heimischen Wildtiere geben, wurden in einem Gemeinschaftsprojekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), des Landesjagdverbands, des WWF und von engagierten Jägern untersucht und ausgewertet.

Landrat Martin Kistler begrüßte die zahlreichen Gäste und führte in das Thema ein. Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamtes, erläuterte die Grundlagen des Monitorings, Klaus Lachenmaier (Landesjagdverband) und Moritz Klose (WWF) stellten die Monitoring-Projekte vor und Rudi Suchant, Leiter der Abteilung Wildtierökologie der FVA, stellte das Monitoring an den konkreten Beispielen von Rothirsch, Wildkatze, Luchs, Wolf und Auerhuhn vor.

Bei der Diskussion über das Wildtiermonitoring (von links): Karl Gutzweiler (WWF), Elena Kummer (Kreisforstamt), Martin Strein (FVA), Lars Honer (Jäger) und Erhard Jauch (Landesjagdverband).
Bei der Diskussion über das Wildtiermonitoring (von links): Karl Gutzweiler (WWF), Elena Kummer (Kreisforstamt), Martin Strein (FVA), Lars Honer (Jäger) und Erhard Jauch (Landesjagdverband). | Bild: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

„Dass wir Luchs, Wildkatze und Co. nie zu Gesicht bekommen, liegt daran, dass sie sich gut versteckt in Wald- und Gehölzstrukturen bewegen“, erklärte Suchant. Mithilfe von Wildtierkameras konnten jedoch Bilder vom geheimen Leben der heimischen Arten gesammelt werden.

Ein Marder vor der Fotofalle.
Ein Marder vor der Fotofalle. | Bild: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

Die unterschiedlichen Akteure spiegelten die zentrale Erkenntnis des Projektes wider: Dass ihre vermeintlich verschiedenen Interessen hier ganz nahe beieinander liegen – die Wildtiere und deren Zukunft. Denn geeignete und durchgängige Wanderrouten seien unerlässlich für ihre Verbreitung und den genetischen Austausch zwischen den Tierpopulationen.

Ein Rehbock in seinem Revier.
Ein Rehbock in seinem Revier. | Bild: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

Mehr als ein Jahr lang standen die Kameras im Hochrhein-Gebiet – einer Drehscheibe von Wildtier-Wanderwegen und ein wichtiger Bereich für den Wechsel von Wildtieren zwischen Deutschland und der Schweiz. Neben Rehen, Dachsen, Wildschweinen und Füchsen haben die Fotoapparate Feldhasen, Gämsen, Sikawild, Marder und diverse Vögel fotografiert. Stehen viele Bilder von häufigen Tierarten wie Rehen zur Verfügung, könnten mithilfe von Vergleichsbildern auch Rückschlüsse auf den Geburtszeitpunkt von Kitzen oder deren Entwicklung gewonnen werden.

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„Das Gemeinschaftsprojekt hat einen Grundstein für die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Partner gelegt“, sagte Katja Wetz von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Abgerundet wurde der Abend mit dem Theaterstück von „Fräulein Brehms Tierleben“ und dem Catering mit regionalen Wild-Spezialitäten, wie beispielsweise Reh-Coppa.

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