Im Landkreis Waldshut gibt es deshalb insgesamt fünf Boote von der Feuerwehr, die an unterschiedlichen Orten stationiert sind. Vier davon wurden erst letztes Jahr für 293 000 Euro für die Standorte Waldshut-Tiengen, Albbruck, Hohentengen und Laufenburg angeschafft. In Bad Säckingen steht das Feuerwehrboot bereits seit 2016 bereit. Die Boote ersetzen die Vorgänger aus dem Jahr 1976 und sind stärker motorisiert.

Unterschiedliche Bootstypen für unterschiedliche Einsatzorte

In Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen und Laufenburg stehen Mehrzweckboote, in Albbruck und Hohentengen Rettungsboote. Die Mehrzweckboote sind größer als die Rettungsboote und können neben dem Retten von Menschen auch für Ölsperren oder Löscheinsätze genutzt werden. In Albbruck und Hohentengen nutzt man wegen den örtlichen Gegebenheiten die kleineren Rettungsboote. Da es in Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen und Laufenburg Fahrgastschiffe gibt, setzt man an diesen Standorten wegen eines möglichen Schiffbrand-Szenarios die größeren Mehrzweckboote ein.

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Da die unpassierbaren Wasserkraftwerke den Hochrhein in Abschnitte unterteilen, wurden die Feuerwehrboote an verschiedene Standorte verteilt. Das Boot in Bad Säckingen liegt nicht im Wasser und kann mobil auf beiden Seiten des Kraftwerks Säckingen eingesetzt werden. Das Mehrzweckboot in Laufenburg liegt in der Nähe des Kraftwerks Laufenburg in einem Bootshaus im Wasser und kommt vor allem zwischen dem Kraftwerk Albbruck und dem Kraftwerk Laufenburg zum Einsatz. Durch eine Schleuse kann das Boot – ohne aus dem Wasser zu müssen – unterhalb des Kraftwerks Laufenburg eingesetzt werden. Der Haupteinsatzort für das Rettungsboot in Albbruck ist das Gebiet unterhalb des Kraftwerks Albbruck-Dogern.

Das Boot wird mit einem Kran ins Wasser gelassen und kann auch oberhalb des Kraftwerks eingesetzt werden. Das Mehrzweckboot in Waldshut-Tiengen hat oberhalb des Kraftwerks Albbruck-Dogern seinen Einsatzzweck und wird nach oben hin durch den Ettikoner Lauffen begrenzt, da dieser mit den Feuerwehrbooten nicht zu durchfahren ist. Durch den "Ettikoner Lauffen kann kein Boot fahren, es sei denn, es hat so wenig Tiefgang und die Geschwindigkeit eines Jet-Boots", erklärt Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger.

Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger
Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger | Bild: Feuerwehr Waldshut-Tiengen

Auch könne man in dem Bereich auch nicht anhalten oder arbeiten, da die Strömung einen auf die flachen Stellen drücke, und man so festgefahren sei.

Das Rettungsboot in Hohentengen steht an Land und kann flexibel auf beiden Seiten des Reckinger Kraftwerks eingesetzt werden. So war das Hohentenger Rettungsboot beispielsweise auch bei der Suche nach dem 83 Jahre alten Mann, der bei Küssaberg im Rhein ertrank, im Einsatz.

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Vom Schwimmen im natürlichen Gewässer raten Kreisbrandmeister Rotzinger und der Stadtkommandant der Waldshut-Tiengener Feuerwehr, Peter Wolf, ab. Besonders der Ettikoner Lauffen und die Aare-Einmündung sind aus Sicht der beiden Feuerwehrmänner besonders gefährlich.

Peter Wolf, Kommandant der Feuerwehr Waldshut-Tiengen.
Peter Wolf, Kommandant der Feuerwehr Waldshut-Tiengen. | Bild: Ursula Freudig

"Bei der Aare-Einmündung kommt es zu Strömungen, die immer wieder unterschätzt werden", erklärt Stadtkommandant Wolf. Der Lauffen sei gleich doppelt gefährlich, da es dort noch echte Stromschnellen gibt und die Rettung aufgrund der flachen Stellen schwierig sei, so Rotzinger und Wolf.

Vielfältiger Einsatzzweck

Neben der Unterstützung bei der Menschenrettung im Gewässer werden die bei der Ölschadensbekämpfung, dem Brand eines Schiffs, Fahrzeugen im Wasser oder der Bergung von Tierkadavern genutzt. "Die meisten Einsätze auf dem Wasser decken sich also mit denen an Land", erklärt Kreisbrandmeister Rotzinger. Um fit für mögliche Einsätze zu sein, übt die Feuerwehr auf dem Rhein regelmäßig Manöver wie Anfahren und mit hoher Geschwindigkeit schnell anhalten.

Die Einsatzmöglichkeiten mit dem Feuerwehrboot ist vielfältig: Von Ölsperren bis Personenrettung, wie hier bei einer Übung, ist alles dabei. Bild: Alfred Scheuble
Die Einsatzmöglichkeiten mit dem Feuerwehrboot ist vielfältig: Von Ölsperren bis Personenrettung, wie hier bei einer Übung, ist alles dabei. | Bild: Alfred Scheuble

"Das sieht manchmal ein bisschen bekloppt aus", gibt Stadtkommandant Peter Wolf zu, "doch es ist notwendig." Nur so können die Feuerwehrmänner auch im Notfall richtig mit dem Boot agieren und umgehen.

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