Die Narren sitzen auf Nadeln. Keiner weiß im Moment, was mit der Fasnacht passiert. Aber eine Entscheidung müssen sie bald treffen. Betroffen sind vor allem die Ausrichter der Narrentreffen in der Region. Dazu zählt auch die Narrenzunft Wilderer Untermettingen. Sie bereitet schon seit September 2019 das Treffen der Zünfte der Kleggau-Narrenvereinigung vor.

Ende des Monats tagt die ARGE

Die Narren in ziehen an einem Strang. Sie warten noch ab, aber eine Entscheidung steht bevor. Der Standpunkt der Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte ist klar (wir berichteten). „Wir sind der gleichen Auffassung, wir werden Ende September weiter beraten“, sagt Hans-Peter Weber (Lauchringen), Präsident der Kleggau-Narrenvereinigung.

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Dann fährt er Nach Bad Dürrheim zur Sitzung der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der südwestdeutschen Narrenvereinigungen und -verbände, die die Interessen der 14 größten Narrenvereinigungen im deutschen Südwesten mit weit über 600 Mitgliederzünften vertritt.

Der Präsident ist eher skeptisch

Weber ist zum jetzigen Zeitpunkt eher skeptisch: „Die Tendenz ist, dass das Kleggau-Narrentreffen vermutlich nicht stattfindet.“ Selbst eine kleinere Version nur mit den 26 Mitgliedszünften hält er für eher unrealitsch. „Da sind wir auch schnell bei 1500 Hästrägern.“ Von den Tausenden Besuchern mal abgesehen.

Hans-Peter Weber kennt den Aufwand

Weber hat als ehemaliger Präsident des Narrenvereins Schwanenmühle in Unterlauchringen Erfahrung mit der Organisation der Narrentreffen. Er kennt die Arbeit und den finanziellen Kraftakt, die dahinter stecken. „Es ist nicht die Dimension wie bei den Kollegen in Tiengen, aber eine fünfstellige Summe muss man schon vorstrecken.“

Pins müssten allmählich in Auftrag gehen

Alleine die Pins, die jetzt schon in Auftrag gehen müssten, kosteten seiner Schätzung nach 6500 Euro – gerechnet für 8000 Zuschauer. Dazu komme das Pfandsystem und einiges mehr.

Schlussendlich entscheidet die Gemeinde

Schlussendlich hänge es von der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf als Ortspolizeibehörde und Verantwortliche der Einhaltung der Corona-Verordnungen ab, ob das Narrentreffen stattfinden kann. Was übrigens auch das Schlüchttal-Narrentreffen betrifft. Weber: „Wir überlassen die Entscheidung den Wilderern.“

Wilderer setzen sich eine Deadline

Fabian Brogle, einer der drei Vorsitzenden der Narrenzunft Wilderer, sieht es realistisch: „In der aktuellen Lage sind die Aussichten eher schlechter als besser.“ Der Vorstand hat sich auf ein Datum festgelegt. Spätestens am 18. September soll eine Entscheidung gefallen sein.

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Die Wilderer wollen die Lage auch mit den Ortsvereinen, die die Zunft unterstützen, besprechen. Brogle: „Wahrscheinlich entscheiden wir uns schon vor dem 18. September.“

Es wäre ihr zweites Kleggau-Narrentreffen

Die Wilderer mit ihren 170 Mitgliedern haben schon einiges an Arbeit investiert. Seit September 2019 laufen die Planungen. Für die 1964 gegründete, seit 2004 der Kleggau-Narrenvereinigung angehörigen Untermettinger Zunft wäre es nach 2012 das zweite Kleggau-Narrentreffen als Ausrichter.

In der 42-jährigen Geschichte der Vereinigung fiel das Kleggau-Narrentreffen zwei Mal aus: 1991, als der Golfkrieg tobte, und 2011, als kein Ausrichter bereit stand.

Eigentliche Fasnacht anders gestalten

Was die eigentliche Fasnacht betrifft, hat Weber weniger Bedenken: „Wahrscheinlich werden wir sie anders gestalten.“ Bunte Abende, Straßenfasnacht – das seien alles Punkte die zu diskutieren seien. Ende September wissen alle mehr.

Informationen zu den Wilderern:
http://www.nz-wilderer.de

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