Das stillgelegte Jestetter SBB-Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1897 wurde vor einigen Jahren von der Gemeinde gekauft und soll nun ein Vereinshaus werden. Im ehemaligen Schalterraum soll zudem ein Schnellrestaurant Platz finden. Das Bahnhofsgebäude verfügt auf drei Etagen über jeweils 70 Quadratmeter Nutzfläche, zudem sind im Dachgeschoss noch rund 40 Quadratmeter nutzbar. Die ehemalige Güterhalle hat eine Fläche von 170 Quadratmeter.

So soll das Jestetter Bahnhofsgebäudes nach der Sanierung aussehen. Die ursprünglichen Fassaden, Rampen und das Stellwerk bleiben bestehen.
So soll das Jestetter Bahnhofsgebäudes nach der Sanierung aussehen. Die ursprünglichen Fassaden, Rampen und das Stellwerk bleiben bestehen. | Bild: Oswald Architektur

Beim Umbau sollen unterschiedliche Gruppenräume entstehen, die man zueinander öffnen und vergrößern kann. Das Landesdenkmalamt schreibt vor, dass das äußere Erscheinungsbild nicht verändert werden darf und die Laderampe und das Stellwerk erhalten bleiben müssen.

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Für die Sanierung und Umnutzung werden Investitionen von rund 1,7 Millionen Euro erwartet. Der Architekt Jürgen Osswald, selbst Mitglied im Gemeinderat, stellte eine Animation vor, die seine Ratskollegen durchweg begeisterten. Die ehemalige Güterhalle soll komplett mit Glas eingehaust werden. Ira Sattler gab zu bedenken, dass diese Maßnahme allerdings Mehrkosten von über 200.000 Euro verursachen wird.

Künftige Nutzung des Gebäudes

Eine ausgiebige Diskussion erfolgte zudem über die künftige Nutzung des Gebäudes. Mehrfach wurde angeregt, die große Güterhalle neben Vereinsaktivitäten auch für Veranstaltungen zu nutzen, da sie Platz für 80 bis 100 Personen bietet. Irmgard Bäumle (SPD) bezweifelte, dass hierfür genügend Bedarf besteht, insofern der Gemeinde neben der Gemeindehalle auch noch das „Alte Schulhaus“ als Veranstaltungsort zur Verfügung steht.

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Lothar Altenburger (CDU) meinte, dass die Vereinsaktivitäten durch die Corona-Krise weiter zurückgehen werden und nannte die Vereinsauflösungen von Musikverein und Männerchor als Beispiele. Er würde aus dem Gebäude lieber eine große Gastronomiehalle bauen. „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, Räume für die Gastronomie zu schaffen, sondern sie öffentlichen Zwecken zuzuführen“, betonte die Bürgermeisterin. „Wir bauen ein leeres Gebäude“, entgegnete Altenburger. Der Gemeinderat stimmte letztendlich mit 16:2 Stimmen und einer Enthaltung dem äußeren Gestaltungsvorschlag von Architekt Osswald zu.

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