„Hollaröhdulliöh“ tönte es in Jestetten zum Jahresende mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Vor mehr als 30 Jahren war das Kult-Musical „Der Watzmann ruft“ von Manfred Tauchen, mit der Musik von Wolfgang Ambros und Texten von Josie Prokopetz, ins Leben gerufen worden. Das Auffi-Muasi-Team spielte seit 2010 eine eigene Version des Musicals, die auf regionaler Ebene ebenfalls Kultstatus erreichte.

Nun sollte Schluss sein mit dem legendär gewordenen Watzmann. Zwei Abende in jeweils vollbesetzter Halle waren krönender Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte, wie sie sich die Schauspieler und Musiker um Regisseur Markus Steger nicht haben vorstellen können, als sie einst zur Premiere in Jestetten auf der Bühne standen. Auf 30 Veranstaltungen blicken sie zurück, im gesamten Landkreis und darüber hinaus waren sie unterwegs, und viele treue Fans haben das Stück um den grausamen Berg Watzmann nicht nur einmal gesehen.

Der Berg, der die Söhne der Bauern zu sich ruft und in ihr Verderben rennen lässt, hat sie alle nicht mehr losgelassen. Die Schauspieler haben ihre Rollen förmlich gelebt und entsprechend sprang der Funke zum Publikum über. Sie durften frech sein und schräg, ausgelassen in Sprache und Mimik und herausfordernd beim Tanz. Begeistert haben auch der Erzähler, die Musiker und Sänger, die sich vor keinem Profi verstecken müssen. Und nicht zu vergessen die, die mit ausgefeilter Technik dafür sorgten, dass das Ganze ein abgerundeter Genuss werden konnte.

Unwiderstehlich: Raimund Hartmann als Gailtalerin und ein großartiger Marcus Vallböhmer als Bua.
Unwiderstehlich: Raimund Hartmann als Gailtalerin und ein großartiger Marcus Vallböhmer als Bua.

Keine Aufführung war bis ins Detail wie die andere, und so war es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass zum Abschluss nicht nur der Bua von der Gailtalerin gelockt wurde, um dem Ruf des Berges zu folgen, sondern auch der Bauer selbst dem mannstollen Weib nicht widerstehen konnte. Das Auffi-Muasi-Team wurde zum Abschied frenetisch gefeiert. Sie wollten aufhören, wenn es am Schönsten ist, und von daher gesehen war es wohl der richtige Zeitpunkt. Markus Steger ist überzeugt, dass der Erfolg über die Jahre nur möglich war, weil das Team so gut harmoniert habe: „Dabei sein zu dürfen, hat uns allen viel gegeben.“ Die Fans sind sich einig, dass der Watzmann des Auffi-Muasi-Team etwas Einmaliges war.