Der Jestetter Gemeinderat widersetzt sich den Plänen der Gemeinde Klettgau, deren Gemeinschaftsschule in eine Realschule umzuwandeln. Nicht nur Bürgermeisterin Ira Sattler hatte kein Verständnis, der Gemeinderat war irritiert vom Vorgehen der Nachbargemeinde und warf dem Schulamt unseriöses Vorgehen vor.

Jestettens Bürgermeisterin Ira Sattler (li.)
Jestettens Bürgermeisterin Ira Sattler (li.). | Bild: Ralf Göhrig

Gemeinschaftsschule soll Realschule werden

Hintergrund ist ein Schreiben der Gemeinde Klettgau, in dem sie darüber informiert, beim Kultusministerium den Antrag zu stellen, zum Schuljahr 2019/20 die Gemeinschaftsschule in eine Realschule umzuwidmen. Da ein nennenswerter Anteil an Schülern an der Realschule Jestetten aus dem Klettgau kommt, würde ein solcher Schritt Jestetten massiv treffen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Eine solche Änderung stellt eine schulorganisatorische Maßnahme im Sinne von §30 Schulgesetz dar, die eine regionale Schulentwicklung auslösen muss“, befand Ira Sattler. Außerdem zeigte sie sich darüber verärgert, dass die Gemeinde Klettgau wohl mit umliegenden Gemeinden das Gespräch gesucht hatte, nicht aber mit der Gemeinde Jestetten. „Es kann doch nicht im öffentlichen Interesse sein, dass sowohl unsere Realschule als auch unsere Werkrealschule dadurch geschwächt oder gar gefährdet werden, dass eine schwache Realschule in Klettgau gegründet wird.“

Rektor ebenfalls befremdet

Peter Haußmann (SPD) zeigte sich über diese Pläne gleichermaßen befremdet. Als Rektor der Jestetter Realschule hat er einen besonders guten Einblick in die hiesige Schullandschaft. Er hob die gute Arbeit, die in der Jestetter Realschule bereits seit 59 Jahren geleistet werde, hervor. „Hier gibt es ein breites Angebot und exzellent ausgebildete und motivierte Lehrer“, stellte Hausmann fest.

Peter Haußmann (SPD): "Ich hoffe darauf, dass die Klettgauer Eltern die gute Arbeit in Jestetten honorieren und ihre Kinder auch weiterhin an eine Schule mit breitem Angebot schicken." Bild: Ralf Göhrig
Peter Haußmann (SPD): "Ich hoffe darauf, dass die Klettgauer Eltern die gute Arbeit in Jestetten honorieren und ihre Kinder auch weiterhin an eine Schule mit breitem Angebot schicken." | Bild: Ralf Göhrig
Das könnte Sie auch interessieren

Irmgard Bäumle (SPD) warf der Gemeinde Klettgau gar vor, mit unseriösen Zahlen zu jonglieren. Sie erinnerte daran, dass die ehemalige Hauptschule Jestetten bereits im Jahr 2009 mit der damaligen Hauptschule Klettgau kooperieren wollte, die Klettgauer sich dem Angebot jedoch verweigerten und stattdessen die Gemeinschaftsschule gründeten. Seit dieser Zeit kämen zahlreiche Schüler aus Klettgau an die Werkrealschule Jestetten. „Und unsere Schule an der Rheinschleife steht heute ausgezeichnet da“, stellte Bäumle fest.

Andere sollten nicht unter Schulplänen leiden müssen

Bürgermeisterin Ira Sattler erinnerte an die hohen Investitionskosten in die beiden Jestetter Schulen in jüngster Zeit. Sie äußerte zwar Verständnis für die Belange der Gemeinde Klettgau, doch unter deren Interessen dürften nicht andere leiden müssen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die empörte Stellungnahme der Bürgermeisterin an ihren Klettgauer Amtskollegen mitzutragen.