Rund um den Globus warten unzählige Menschen darauf, dass endlich ein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden wird. Ein Serum könnte die Kraft jenes Virus brechen, das bisher mindestens 300.000 Menschen tötete und vielen der 1,6 Millionen von der Krankheit Genesenen bleibende Schäden zufügte. Ein Impfstoff könnte dabei helfen, wieder ein Leben ohne all die Einschränkungen und Sorgen zu führen, die seit Corona unseren Alltag auf den Kopf stellen.

Dies alles halten jene 60 Personen, die am Dienstagabend in Görwihl demonstrierten, wahrscheinlich für Lüge, für Propaganda, für Fake-News irgendwelcher dunkler Mächte. Denn wie sonst lässt sich erklären, dass sie inmitten der Pandemie vor allem die Einführung einer Impfpflicht fürchten. „Unfreiwillige Impfung ist Körperverletzung“, war auf einem der Plakate in Görwihl zu lesen. Anders wird ein Schuh draus: Wer sich weigert, medizinisch und epidemologisch notwendige Impfungen zu vollziehen, wer diesen Schutz Anvertrauten vorenthält, wer den Impfboykott propagiert – der gefährdet die Gesundheit und möglicherweise sogar das Leben seiner Mitmenschen.

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Die von Politik und Verwaltung getroffenen Maßnahmen, ein funktionierendes Gesundheitssystem und die Einsicht der Bürger haben dazu beigetragen, dass Deutschland bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen ist. Vergleichsweise gut bedeutet: 175.000 Erkrankte und 7900 Todesfälle. Das sollten eigentlich 175.000 Erkrankte und 7900 Todesfälle zu viel sein. Doch offenbar sind es so wenige, dass manche Zeitgenossen inzwischen die Gefährlichkeit des Virus, wenn nicht dessen Existenz anzweifeln können.

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