Mehr als 60 Personen beteiligten sich am Dienstagabend auf dem Görwihler Marktplatz an einem stillen Protest für die freie Impfentscheidung und gegen eine so genannte „Zwangsimpfung“. Die von Privatpersonen initiierte und vom Landratsamt für 50 Personen genehmigte Veranstaltung fand unter Beobachtung der Polizei statt. Diese musste einige wenige Teilnehmer auf die behördliche Anordnung, Mundbedeckung zu tragen, hinweisen.

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Im Kern richtete sich der Protest gegen eine mögliche Corona-Impfpflicht, über die derzeit Spekulationen kursieren. Entsprechende Inhalte hatten Teilnehmer auf Tücher oder Karton geschrieben – unter anderem „Unfreiwillige Impfung ist Körperverletzung“, „Mein Körper, meine Entscheidung“, „Freie Impfentscheidung = Selbstbestimmung, Mündigkeit, Würde“.

Auch Alt-Gemeinderat Roland Lauber nahm am Protest in Görwihl teil.
Auch Alt-Gemeinderat Roland Lauber nahm am Protest in Görwihl teil. | Bild: Peter Schütz

Ein Teilnehmer hatte sogar „Informationsreport-CD´s“ zu verschenken, ein anderer war aus Waldshut angereist, um mit Flugblättern gegen „Covid-19-Zwang“ zu protestieren. Die Veranstaltung dauerte eine Stunde lang. An deren Ende sangen die Teilnehmer das Lied „Ode an die Freude“.

Organisiert hatte die „Mahnwache“ Stefanie Stoll aus Rotzingen. Sie und ihre Mitstreiter, die als Ordner auf die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter von Person zu Person achteten, orientierten sich an ähnlichen regionalen Veranstaltungen in Bernau, St. Blasien, Schopfheim und Waldshut. Ihr Anliegen brachte Stoll so auf den Punkt: „Freie Impfentscheidung, Mündigkeit, Selbstbestimmung.“

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Im Blick hatten die Görwihler Veranstalter auch das im März 2020 in Kraft getretene Masernschutzgesetz, das, so Stoll, „trotz Verfassungsklagen rechtskräftig ist“. Die weiteren Eckpunkte des Protestes: „Bessere Verhältnismäßigkeit bei Maßnahmen, bessere Ausgewogenheit in Berichterstattung in Medien über Coronavirus“.

Zwei Frauen beim Protest am Dienstag in Görwihl.
Zwei Frauen beim Protest am Dienstag in Görwihl. | Bild: Peter Schütz

Die Veranstalter wiesen in punkto Coronavirus auf eine „Stagnation der Neuinfektionen seit Wochen im Landkreis Waldshut“ hin und forderten „die Wiederöffnung der Kitas und Schulen in Baden-Württemberg“, wie dies bereits im Kanton Aargau/Schweiz der Fall sei.

Außerdem: „Wer Alkohol (jährlich 74.000 Tote) und Zigarren (jährlich 120.000 Tote) frei zugänglich kaufen kann, sollte auch mündig genug sein, um zu entscheiden, ob man sein Kind in den Kindergarten bringt und es impfen lässt“, so eine Forderung der Veranstalter. Eine zweite Mahnwache ist für den heutigen Donnerstagabend vorgesehen. Dafür ist jedoch eine weitere Genehmigung durch das Landratsamt Voraussetzung. Diese lag am Dienstag noch nicht vor.

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