Der Technologiekonzern Freudenberg hat im Geschäftsjahr 2021 beim Umsatz erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro geknackt. Mit 10,039 Milliarden Euro liegt dieser um 1,198 Milliarden über dem des Vorjahres.

Auch das operative Ergebnis von 877,3 Millionen Euro liegt laut Mitteilung des Konzerns deutlich über dem Vorjahreswert von 669,9 Millionen. In dieses positive Bild fügt sich das Werk im Görwihler Ortsteil Oberwihl ein.

Großaufträge

2021 habe der Standort Oberwihl zwei langfristig angelegte Großaufträge erhalten, teilt Freudenberg mit. So habe ein Getriebehersteller O-Ringe für sein neues hybridisiertes Doppelkupplungsgetriebe geordert. Außerdem beliefere das Werk einen Automobilzulieferer mit über 30 Millionen O-Ringen pro Jahr für die Kraftstoffinjektoren seiner Benzin-Direkteinspritzung.

Mehr als eine Milliarde Dichtringe pro Jahr fertigt Freudenberg Sealing Technologies im Werk. Die gute Auftragslage spiegelt sich wider bei der Zahl der Beschäftigten. 2021 arbeiteten hier 339 Personen, 16 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Auszubildenden stieg von zehn auf elf.

Freudenberg investierte 2021 in die Nachhaltigkeit der Produktion im Werk Oberwihl. So wurden für rund 1,2 Millionen Euro eine Holzhackgut-Heizung und ein Blockheizkraftwerk errichtet. Bei der Wärmeerzeugung werden so jährlich fast 600 Tonnen CO2 eingespart. Zweie Holzbrennkessel samt automatischer Befüllung sollen 2023 in Betrieb gehen. Geprüft wird laut Freudenberg zudem die Installation eines Blockheizkraftwerks, mit dem der Verbrauch fossilen Heizöls um über 95 Prozent reduziert würde.

Der Gesamtkonzern will bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden. Ein erstes Ziel ist, den relativen CO2-Ausstoß, gemessen pro Million Umsatz, aus dem Jahr 2020 bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu reduzieren. Dabei setzt das Unternehmen auf Energieeinsparung, Elektrifizierung, Einkauf und eigene Produktion von grünem Strom sowie der Kompensation des CO2-Ausstoßes.

Entwicklung in der Ukraine bereitet Sorgen

„Es war ein starkes und sehr erfolgreiches Jahr für Freudenberg“, zitiert der Konzern seinen CEO Mohsen Sohi. „Dank des unternehmerischen Erfolges investieren wir weiterhin auf hohem Niveau in Maschinen, Anlagen und Zukunftstechnologien.“

Sorge bereitet ihm die aktuelle Entwicklung in der Ukraine. Der Krieg dort und die Embargomaßnahmen ließen signifikante Störungen der weltweiten Lieferketten erwarten. Um die vom Krieg direkt betroffenen Menschen zu unterstützen, spendet Freudenberg drei Millionen Euro als humanitäre Soforthilfe.

Eine Million Euro seien bereits an Vereine und Organisationen ausbezahlt worden, so Sohi. Mitarbeiter und Gesellschafter des Unternehmens hätten zudem weitere rund 560.000 Euro gespendet.

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