Bei der Hochrhein-Schifffahrt gilt momentan: halbe Kraft voraus. Die meisten Betreiber haben sich mit den Corona-Schutzauflagen arrangiert. Doch nicht alle.

„Eiskalt erwischt“ hatte es Johann-Peter Michlmayr, Inhaber des Schiffs „Trompeter von Säckingen“, Mitte Mai. Das Land Baden-Württemberg ließ die Ausflugsschifffahrt unter Auflagen wieder zu, zwei Wochen früher als erwartet. Unter Hochdruck machte Michlmayr sein Ausflugsschiff startklar.

Heute sagt er: „Zwei Fahrten in der Woche, das ist eine Lachnummer.“ Der Trompeter legt sonntags und donnerstags zu grenzüberschreitenden Rundfahrten ab, zu denen in Wallbach und Stein zugestiegen werden kann. „Normalerweise wäre ich jetzt jeden Tag außer Montag auf dem Rhein„, berichtet der Kapitän.

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Doch neben den regulären Rundfahrten geht praktisch nichts. Sonder- und Büffetfahrten fallen coronabedingt aus oder lohnen sich aufgrund der Hygieneauflagen nicht, wenn höchstens 30 Personen mitfahren dürfen. So bleibt das Schiff oft vertäut am Kai liegen.

Das Fahrgastschiff „Löwe von Laufenburg„ lässt Kapitän Jurgen Schroff der Pandemie wegen 2020 überhaupt nicht ablegen. Der 69-Jährige hofft, in den Ruhestand gehen zu können und sein Schiff an einen Deutschen aus Duisburg zu verkaufen. Auf dass der ab 2021 am Hochrhein übernimmt. Zu Details der Verhandlungen will sich Schroff nicht äußern. „Alles in der Schwebe, aber bald wissen wir mehr“, sagt er.

Wenn Schroff in diesem Jahr gefahren wäre, hätte auf seinem Schiff, das über kein Freideck verfügt, überall die Maskenpflicht gegolten. Unter diesen Umständen abzulegen, lehnt der Rhein-Skipper ab. Da bleibt er lieber an Land. Am 5. Juli war die Fähre zwischen Mumpf und Bad Säckingen startklar, zwei Wochen nach Öffnung der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland. An dem Tag galt die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, zu dem auch der Fährbetrieb gehört, noch nicht.

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„An dem Tag war auch sehr viel los“, berichtet Fährichef Michel Ernst von den Mumpfer Pontonieren. Ein Tag darauf war die Maskenpflicht für den Öffentlichen Verkehr da. Seitdem gehe die Passagierzahl tendenziell nach unten, berichtet Ernst. Was vom Wetter abhänge: „Wenn es 35 Grad heiß ist, hat natürlich nicht jeder Lust, sich eine Maske aufzusetzen. Da baden die Leute lieber im Rhein, als den Fluss in der Fähre zu überqueren.“

Diese Erfahrung machen auch die Betreiber der Fähre Kaiseraugst, die seit Mitte Juni zwischen den beiden Rheinufern pendelt. „Aber zumindest sind seit dem 15. August wieder die Sonderfahrten erlaubt“, berichtet Fährmann Max Heller. 20 Personen dürften maximal auf das Schiff bei einer Überfahrt. Heller: „Bei großen Gruppen auf einmal fahren wir dann halt zweimal hin und her.“ Aber das sei in der Saison 2020 noch nicht vorgekommen.

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