Ab Mitte der 90er Jahre begann sich der Biber von der Aare her kommend am Hochrhein auszubreiten. Schon bald wurde der Nager dann auch in Bad Säckingen heimisch. Inzwischen leben mehrere Biberfamilien von Obersäckingen bis Wallbach am Rheinufer und hinterlassen deutlich ihre Spuren.

Besonders auffallend ist das im Winter, wenn der vegane Biber aus Mangel an Blattkräutern mit Vorliebe Silberweiden und Pappeln auf seinem Speiseplan hat. Weil inzwischen sehr anpassungsfähig, nagt der Biber aber auch die Stämme anderer Weichhölzer an und bringt diese zu Fall. Eine Weißtanne tut es dann auch, ebenso Nadelhölzer und sogar Thujahecken. „Der Biber probiert alles“, erzählt Bettina Sättele, Biberbeauftragte des Landkreises Waldshut, bei einem Pressetermin im Mündungsbereich des Gießenbachs in den Rhein.

Zusammen mit dem Umweltbeauftragten der Stadt Bad Säckingen, Ralf Däubler, tritt die Biberexpertin immer dann in Aktion, wenn Bürger der Stadtverwaltung Biberbeobachtungen melden. Oft geht es dabei um die Verbissschäden durch Biber – und oft sind die Bürger verärgert. Sättler und Däubler informieren dann und zeigen Lösungen auf. Wie zum Beispiel Verbissdraht, den das Land Baden-Württemberg kostenlos abgibt. „Jeder kann sich bei mir melden“, sagt Däubler. Auch die Alternative, ein Wildverbissanstrichmittel, wird gratis weitergegeben.

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Der Demotyp einer weiteren Alternative schützt seit Kurzem einen Baum im Mündungsbereich des Gießen. Alexandra Boll von der Firma Rüdtlin Metall- und Lufttechnik aus Schopfheim hatte die pfiffige Idee bei einem Radausflug längs der Aare, als sie dort eine 1,20 Meter dicke Eiche sah, die bereits bis zur Hälfte angenagt war. Der Schutz besteht aus zwei halbrunden Teilen aus Edelstahl, die um den Baumstamm gelegt und zusammengeschraubt werden. Der Schutz ist wiederwendbar, auch in Rostoptik erhältlich und im unteren Bereich als Durchgang für kleine Tiere ausgelasert. Der Schutz kann in unterschiedlichen Größen angefertigt werden. Die Preise sind variabel, der Demotyp liegt bei circa 49 Euro.

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Ralf Däubler erzählt, dass Bürger seit der Corona-Pandemie vermehrt Biberbeobachtungen melden, aber auch gelassener als sonst reagieren. „Sie suchen und nehmen die Information gerne an“, erzählt der Umweltbeauftragte. Gerade in der jüngsten Zeit waren Biber vermehrt im Bereich Gießenbach und Hauensteinstraße unterwegs.

Biber ziehen zwischen Mai und August ihre Jungtiere groß. Hundebesitzer sind in diesen Tagen daher besonders gebeten, ihre Hunde beim täglichen Spaziergang am Rhein an die Leine zu nehmen. Erst vor einigen Jahren war ein freilaufender Labrador von einem Biber mit Jungen gebissen worden.