"Wohin mit dem Müll?", fragt sich Andrea Scalabrin von der Osteria Bar Eden derzeit. Die Biotonne hat sie zwar für ihr Lokal schon bestellt. Noch wurde diese aber nicht geliefert. Ärgerlich sei zudem, dass Gastronomiebetriebe nur eine Biotonne in Verbindung mit einem kostenpflichtigen Vertrag mit der Firma Re-Food erhalten.

Über dieses System werden Speisereste gesammelt, die Tonnen werden aber immerhin wöchentlich geleert, und die Besitzer erhalten im Tausch gegen eine volle eine frisch gereinigte Tonne.

Will Andrea Scalabrin nicht künftig auf ihrem Müll sitzen bleiben oder Unsummen für die blauen Stadtsäcke der Müllabfuhr berappen, bleibt ihr keine andere Wahl, als diesen Vertrag abzuschließen, wie sie sagt.

Zusätzliche Tonnen brauchen mehr Platz

Mit einer Auslieferung der Tonne rechnet sie nicht vor März. Bisher landeten etwa Schalen von Kartoffeln und Karotten im normalen Müll oder wurden von einem Nachbarn an Tiere verfüttert. Jedenfalls müsse sie in der Küche und im Thekenbereich zusätzliche Gefäße zum Sammeln des Bioabfalls aufstellen. Eine Frage des Platzes, der bei ihr wie in jedem anderen Lokal begrenzt ist.

Hinzu kommen eben auch die zwei zusätzlichen Tonnen für Biomüll und Speisereste, sowie möglicherweise für eine weitere Restmülltonne. Denn bis jetzt habe sie bereits sechs zusätzliche blaue Müllsäcke kaufen müssen, weil ihre Mülltonnen bereits überfüllt sind. "Noch mehr sortieren und noch mehr Kosten für mich", so fällt das erste Fazit der Wirtin aus. "Zuerst dachte ich, dass wir sparen. Doch die Realität sieht anders aus. Uns entstehen mehr Kosten und mehr Müll", ist sie sich sicher.

Sorge wegen Geruchsbelästigung im Sommer

Angst und Bange wird der Wirtin, wenn sie an den kommenden Sommer denkt. Schon vergangenes Jahr hätten Gäste ihre Plätze verlassen, wenn es am Müllabfuhrtag so unangenehm gerochen habe. "Alle Mülleimer der Nachbarschaft stehen zur Abholung neben unserer Terrasse bereit", erzählt Scalabrin.

Da die Biotonne nur noch im zweiwöchigen Turnus geleert wird, befürchtet die Gastronomin "richtig üblen Gestank" auf ihrer Terrasse vor der Bar. Denn der offizielle Sammelpunkt für die Tonnen befinde sich zwischen dem Modehaus May und der Osteria Bar Eden. "Ich kann mir vorstellen, dass sich auch die Besucher der Volksbank Rhein-Wehr durch die Gerüche im Sommer belästigt fühlen werden."

Die anderen Gastronomen stünden vor den gleichen Problemen, weiß Andrea Scalabrin aus Gesprächen mit den Kollegen. Sie würden sich zwangsweise ebenso für das Re-Food-System entscheiden.

Einige ihrer Kollegen hätten, um die Zeit bis zur Auslieferung dieser Tonnen zu überbrücken, bereits sogar zusätzlich Mülltonnen bestellt, weiß Scalabrin.

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