Es war ein etwas wehmütiger Abschied, denn fünf Wochen lang war beim sechsten Grand Salon viel los: Besucherandrang, Gespräche über Kunst, Musik, Geschichten und Anekdoten im Rahmenprogramm. Sogar die „Farbe des Weins“ wurde bei einer Weindegustation ausprobiert und die „Wunder der Farben“ literarisch beschrieben.

Zwei Besucher des Grand Salons bestaunen am letzten Ausstellungstag ein farbiges Glasobjekt von Mechthild Ehmann.
Zwei Besucher des Grand Salons bestaunen am letzten Ausstellungstag ein farbiges Glasobjekt von Mechthild Ehmann. | Bild: Picasa

Am Sonntag wurden zum Schluss die drei Publikumspreise verliehen. Etwas „Wehmut“ hatte Kulturreferentin Christine Stanzel nach diesem schönen, gelungenen Salon, der sich schon im Titel („Colours“) den Farben zuwandte. Aber sie freue sich, wenn es weiter gehe, schaute Stanzel nach vorne. Manche Besucher hatten ein Lieblingsbild, von dem sie sich verabschieden mussten: Adieu Apollo Hirschkäfer, adieu sonnig gelbe Limonen! Auf ein Wiedersehen, verehrte Künstler!

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Nach der Finissage wurden die „Malpäckchen“, so ein Bildertitel, wieder eingepackt und größere Bildertransporte retour in die Ateliers organisiert. Eine Künstlerin musste 13 Bilder wieder mitnehmen. Viele Werke haben aber auch einen neuen Besitzer gefunden.

Die Künstler waren teils von weither angereist, die erste Preisträgerin Claudia Kaak war dreieinhalb Stunden aus Heppenheim an der Bergstraße unterwegs. Die 33-Jährige nahm zum dritten Mal am Grand Salon teil, bisher ohne Preis. Dieses Mal konnte sie mit riesigem Abstand die meisten Stimmen für ihr Kinderporträt „Laura“ auf sich vereinen.

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Die Urkunde für den mit 500 Euro dotierten ersten Preis erhielt sie aus den Händen von Christine Stanzel, die den erkrankten Bürgermeister vertrat.

Publikumswahl: Claudia Kaak (Mitte) erhielt den ersten Preis beim Grand Salon, überreicht von Kulturreferentin Christine Stanzel (links) Darüber freuten sich Kuratorin Elena Romanzin und Organisator Frank von Düsterlho.
Publikumswahl: Claudia Kaak (Mitte) erhielt den ersten Preis beim Grand Salon, überreicht von Kulturreferentin Christine Stanzel (links) Darüber freuten sich Kuratorin Elena Romanzin und Organisator Frank von Düsterlho. | Bild: Picasa

Stanzel überreichte den dritten Preis an Joachim Lehrer, der aus Tübingen angereist war. Der zweite Preisträger, der italienische Biennale-Star Piero Toffoletti konnte nicht kommen, weil er gleichzeitig eine Ausstellung in Pisa eröffnete. Die Macher des Kunstsalons, die Malerin und Kuratorin Elena Romanzin und Organisator Frank von Düsterlho, werden ihm den Preis in zwei Wochen in Venedig aushändigen.

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In ihrer Rede ging Romanzin in sehr persönlicher Art auf die Preisträger und ihre Biografien ein. Sehr bewegende Worte fand sie für Claudia Kaaks Gemälde ihrer Tochter, das ein sehr komplexes Symbolbild sei. Über Joachim Lehrer sagte Romanzin, dass er in den 80er Jahren als „Lastwagenmaler“ bekannt geworden sei und eine Leidenschaft für Lastwagen und Feuerwehrautos habe. Vor seinem Busbild „Der langen Reise Ziel“ kam es zu angeregten Gesprächen zwischen dem Künstler und dem Käufer des Bildes.

Gespräche zwischen Künstler und Sammler: Joachim Lehrer (links) plaudert mit dem Käufer seines Bildes.
Gespräche zwischen Künstler und Sammler: Joachim Lehrer (links) plaudert mit dem Käufer seines Bildes. | Bild: Picasa

Jedes einzelne Bild habe eine besondere Geschichte, meinte Frank von Düsterlho: „Die Bilder sprechen für sich.“ Er gab auch schon einen Ausblick auf den nächsten Themensalon 2021, der „Inspired by“ heißen wird und eine Woche länger dauert, weil es „viele Geschichten zu erzählen gibt“.