Vor allem abends und am Samstag sei es schwierig, mit dem Bus nach Rippolingen zu kommen, sagte der Rippolinger Ortsvorsteher und Grünenvertreter Franz Stortz kürzlich im Gemeinderat. „Wenn jemand am Samstagabend zurückfahren will, kann er das nur um 18 Uhr und um 23.30 Uhr. Dazwischen fährt nichts“, betonte Stortz während der Diskussion über die mögliche Einführung eines Bürgerbusses für Rippolingen und Harpolingen.

Nicht nur Stortz sieht darin eine notwendige Ergänzung des Öffentlichen Nahverkehrs für die beiden Bad Säckinger Ortsteile. Einstimmig stimmten die Gemeinderäte der Vorlage zu, die Stadtverwaltung zu beauftragen, ein Bürgerbuskonzept und eine Kostenschätzung zu erarbeiten.

Die Gemeinderatsvorlage wurde von Christian Heinemann, dem persönlichen Referenten von Bürgermeister Alexander Guhl, ausgearbeitet. Laut Heinemann haben bereits über hundert Gemeinden in Baden-Württemberg einen Bürgerbus. Dieser ergänze den regulären Öffentlichen Personennahverkehr und fuße auf ehrenamtlichem Engagement: Die Busfahrer arbeiten in der Regel unentgeltlich.

Wie ein Bürgerbus für Bad Säckingne funktionieren könnte, zeigt sich am Beispiel der Nachbarstadt Murg. Bürgermeister-Referent Christian Heinemann fasste in seiner Gemeinderats-Vorlage alle wichtigen Fakten rund um den Murger Bürgerbus nochmals zusammen:

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Die Rekrutierung dieser freiwilligen Fahrer war denn auch der einzige Punkt, der im Gemeinderat für ein bisschen Diskussionsstoff sorgte. „Das ist eine große Herausforderung und muss mit den Ortsvorstehern von Rippolingen und Harpolingen abgesprochen werden“, betonte Bürgermeister Guhl. Die Verfügbarkeit von Fahrern abzuklären, sei zentral für die Ausarbeitung eines Bürgerbuskonzepts. Und der Harpolinger Ortsvorsteher Torsten Weimer wies darauf hin, dass die Rekrutierung der Fahrer nicht nur in den Ortsteilen, sondern auch in der gesamten Stadt stattfinden könne.

Derweil betonte der Wallbacher Ortsvorsteher und Gemeinderat Fred Thelen (Freie Wähler), dass es in seinem Ortsteil keinen Bedarf für einen Bürgerbus gebe: „Pro Tag fahren 30 Omnibusse in alle Richtungen.“ Gegen einen Bürgerbus für Rippolingen und Harpolingen hatte er aber ebenso wenig einzuwenden wie die restlichen Ratsmitglieder.