Das energetische Quartierskonzept nahm am Donnerstagabend konkrete Züge an. Die rund 30 anwesenden Altstadtbewohner wurden darüber informiert, was mit welchen Maßnahmen möglich ist. Ein Kernthema war die Versorgung und die sich daraus ergebenden Kosten durch das Fernwärmenetz. Johannes Jekal von den Stadtwerken Bad Säckingen stellte ein Kostenbeispiel für die Anwohner vor mit einem Mittelwert. Demnach würden sich die Kosten mit Abzug der KfW-Förderung auf 20 600 Euro belaufen.

Johannes Jekal betonte, dass es sich hier nur um eine Beispielrechnung handle, "die Kosten variieren von Fall zu Fall“. Der große Vorteil, so Johannes Jekal, ist die lange Nutzungsdauer von 30 Jahren und dass sich mit der Fernwärme die CO² -Emissionen drastisch senken lassen. „Kostenmäßig liegen wir gleich auf wie mit den anderen Heizsystemen“, meinte Johannes Jekal weiter. Durch die lange Nutzungsdauer und die niedrigen Betriebskosten relativierten sich die Anschaffungskosten. Martin Ritter von den Stadtwerken machte das Angebot, „dass die Tiefbaukosten für die Altstadtanwohner entfallen".

Diese hätten noch die Möglichkeit, ihre Wasser und Strom Leitungen zu erneuern, wenn das Fernwärmenetz zu ihrem Haus gelegt wird. Er wies auch darauf hin, dass die Straßen im Anschluss barrierefrei gestalten werden, wenn "wir die Möglichkeit dazu haben“. Auf die Frage, in welchem Zeitraum sich dieses Projekt verwirklichen lasse, antwortet Martin Ritter: „Im besten Fall brauchen wir zwei bis zweieinhalb Jahre, je mehr Interessenten da sind, desto schneller geht es“.

Vorstellung im Gemeinderat

Durch die flächendeckende Bestandsaufnahme wurde berechnet, wie groß der Energiebedarf in der Altstadt ist, so Kai Hilbert von der Energieagentur Südwest. Im nächsten Schritt, so Kai Hilbert, wird das Konzept dem Gemeinderat vorgestellt, dieser kommt dann in Zusammenarbeit mit der Energieagentur auf die Anwohner zu. Einen weiteren Punkt zu der Wärmeversorgung ist die Sanierung für die teilweise denkmalgeschützten Häuser. Hier schlug Julia Deutsch von der Energieagentur Regio Freiburg eine kostenlose Erstberatung für ein individuelles Sanierungskonzept vor. Julia Deutsch hält es für sinnvoll, für Bad Säckingen ein Sanierungsmanagement einzurichten. "Das kann eine einzelne Person oder ein Team aus Fachleuten sein“. Auch soll auf der Bad Säckinger Homepage ein Leitfaden für Energie bereit gestellt werden.

Weitere Vorschläge

Weitere Vorschläge waren ein Quartierstreffpunkt im Haus Fischerzunft einzurichten. „Dieser könnte für die Planung von Aktivitäten und Aktionen genutzt werden“, sagte Julia Deutsch. Auch eine Thermografie-Aktion könnte sich Julia Deutsch vorstellen. „Durch die Aufnahmen der Wärmebildkamera sieht man sofort die Schwachstellen an seinem Haus“. Das Projekt „Altstadtsonne“ bietet den Altstadtbewohnern, die keine eigene Solaranlage installieren dürfen, die Chance in eine Gemeinschaftsanlage zu investieren.