Die zweite Demonstration der „Fridays for Future“-Bewegung fiel in Bad Säckingen mit 110 Teilnehmern deutlich kleiner aus. Die Organisatoren Hannah und Jakob Stolze sowie Benjamin Henkes sind trotzdem zufrieden. Hannah Stolze sagte: „In Freiburg demonstrieren in diesem Moment 10 000 Menschen mit uns.“ Als Grund für die niedrige Zahl der Demonstranten sieht sie: „Viele von ihnen machen bei der 72-Stunden-Aktion mit.“ Sie betonte allerdings: „Die Europawahl kann nicht verschoben werden.“

Alle Generationen setzten sich gemeinsam für den Klimaschutz ein.
Alle Generationen setzten sich gemeinsam für den Klimaschutz ein. | Bild: Christiane Pfeifer

Jakob Stolze freute sich über die erwachsenen Teilnehmer und begrüßte auch Bürgermeister Alexander Guhl unter den Zuschauern. Er sagte: „Es ist eine Bewegung aller Generationen geworden.“ Vergangenen Montag trafen sich die Schüler mit dem Bürgermeister und besprachen mögliche konkrete Umsetzungen, die in Bad Säckingen zeitnah durchführbar sind.

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Guhl sagte dazu: „Eine Idee war, jeder neuen Grundschulklasse einen Baum zu pflanzen.“ Im Gespräch war auch, so Guhl weiter, dass für Flüge ein Aufpreis zum Bäumepflanzen mit eingerechnet wird. „Im April ist unsere Uhr für den CO²-Ausstoß abgelaufen“, sagte Guhl.

Auch Umweltreferent Ralf Däubler (Mitte, links) und Bürgermeister Alexander Guhl (Mitte, rechts) marschierten mit.
Auch Umweltreferent Ralf Däubler (Mitte, links) und Bürgermeister Alexander Guhl (Mitte, rechts) marschierten mit. | Bild: Christiane Pfeifer

Jakob Stolze sagte für die Wahl am Sonntag: „Wählt Politiker, die vor der Wissenschaft nicht die Augen verschließen, sondern sie zur Grundlage für den Klimaschutz in Europa machen.“ Er forderte in seiner Rede einen offenen und konkreten Umgang der Politik mit dem Thema. Er ließ dabei offen, welche Parteien er damit meinte. Eine konkrete Bitte hatte er: „Wählt nicht die AfD, die Partei macht nichts gegen den Klimawandel, sondern leugnet ihn komplett.“

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Und Jakob Stolze fügte hinzu: „Dass die Politik die Bewegung und den Klimawandel ernst nimmt, sieht man an den vielen Wahlplakaten.“ Auch Bernhard Keller, ein erwachsener Teilnehmer, ergriff das Wort und sagte: „Wählt keine Politiker, die unsere Jugend nicht ernst nimmt.“

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Bei dem anschließenden spontanen Lied „Rauchzeichen“ von Raimund Huber wurde das Thema Umwelt- und Klimaschutz nochmals aufgegriffen. Hannah Stolze und die Teilnehmer verzierten den Münsterplatz zum Abschluss mit einem Kreidebild.