Das Albbrucker Gewerbegebiet „Rütte-Allischmatten“, das seit Jahren brach liegt, soll endlich einer Nutzung zugeführt werden. Die Firma Kownatzki Premium Gears (KPG) aus Wehr will das komplette Areal erwerben, um dort neue Produktionsanlagen zu errichten. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat das erforderliche Änderungsverfahren in die Wege zu leiten.

„Aus meiner Sicht ist es ein absoluter Glücksgriff, wenn sich das Unternehmen bei uns in Albbruck ansiedelt,“ so äußerte sich Bürgermeister Stefan Kaiser. „Mit dem Änderungsverfahren soll die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde gestärkt werden.“ Das Änderungsverfahren war notwendig geworden, weil die geplante Bebauung nicht in allen Punkten der bisherigen Fassung entsprach.

So mussten eine bisher die für eine Erschließungsstraße vorgesehene öffentliche Verkehrsfläche neu überplant und eine Erweiterung des Geltungsbereiches auf der westlichen Seite vorgenommen werden. Ein besonderes Augenmerk galt den Lärmemissionen, vor allem im Zusammenhang mit der bestehenden Belastung durch den Bahnverkehr und der benachbarten Wohngebiete im Ortsteil Kiesenbach.

Pläne des Unternehmens

In der Sitzung stellte KPG-Geschäftsführer Günter Ebi die Pläne der Firma vor. „Unser Service umfasst unter anderem die Montage, Instandsetzung, Reparatur oder auch Modernisierung von leistungsstarken Getrieben und Generatoren“, erklärte er. Der erste Bauabschnitt umfasst eine Produktionshalle, 90 auf 54 Meter groß und ein angegliedertes dreigeschossiges Bürogebäude mit den Dimensionen 40 auf 25 Meter. Das Bauvorhaben liegt im östlichen Bereich, das westliche Gelände, in unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen Tennishalle, dient als Erweiterungsfläche und soll später ebenfalls überbaut werden.

Erschließung

Eine wichtige Voraussetzung zur Erschließung des Plangebietes ist bereits über die Straße „Am Mühlebach“ gegeben. Da die Flächensuche der Firma schon geraume Zeit in Anspruch genommen hat, sei der Handlungsdruck inzwischen groß, so Günter Ebi. Daher soll bereits während des Änderungsverfahrens ein Baugesuch eingereicht werden, um den Bau der ersten Produktionshalle möglichst noch in diesem Jahr in Angriff nehmen zu können.

Ein Schwerpunkt der KPG-Produktion liegt in der Herstellung und Neuentwicklung großer Bauteile für den Maschinenbau und Turbogeneratoren für die Stromerzeugung. „Daneben wird viel Geld in die Forschung und Entwicklung investiert“, erklärte der KPG-Geschäftsführer. Über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Hallendach soll der Strom-Eigenbedarf werden.

Mit der Durchführung des Änderungsverfahrens wurde das Stuttgarter Planungsbüro Baldauf beauftragt. Mitarbeiterin Christine König erläuterte den Umfang des Verfahrens und das weitere Vorgehen. Ihr zufolge sei keine wesentliche Erhöhung der Schallimmissionen zu befürchten.

Seitens der Gemeinderäte wurde das Vorhaben ebenfalls positiv bewertet. Alois Eckert (CDU): „Ich fände es toll, wenn die Firma das Vorhaben hier verwirklichen könnte, ich unterstütze das Projekt voll und ganz.“ Bei der Abstimmung gab es nur eine Enthaltung: Franz Brüstle (Freie Wähler) bemängelte das Fehlen von Ausgleichsmaßnahmen und enthielt sich der Stimme.