Mit einem weiteren Zuschuss in Höhe von 712 000 Euro fördert das Regierungspräsidium (RP) Freiburg den Ausbau der Wasserversorgung im Bereich der Albbrucker Bergdörfer. Bereits 2015 hatte das RP für dieses Projekt Fördergelder in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro bereitgestellt. Zu dem komplexen und umfangreichen Maßnahmenpaket zählt die bessere Nutzung der eigenen Quellen, die Optimierung der Zuleitung zum Hochbehälter Gupfen und die Einbindung des Albbrucker Hochbehälters Äußere Letze in die Wasserversorgung des gesamten Gemeindegebiets.

Der Hochbehälter Gupfen, nahe der B 500, wurde im November 2015 von der Stadt Waldshut-Tiengen in Betrieb genommen, um die Trink- und Löschwasserversorgung der Waldshuter Ortsteile zu sichern. Er wird mit Wasser des Zweckverbands Gruppenwasserversorgung Höchenschwanderberg gespeist. Gleichzeitig wurde ein neuer Anschluss Richtung Albbruck gelegt, um auch die Albbrucker Bergdörfer Unteralpfen, Buch, Birndorf und Birkingen abzusichern. Parallel dazu wurden die Anschlüsse der Ortsteile Kuchelbach, Buch und Steinbach sowie die Verbindungsleitung und der Knotenpunkt unterhalb des neu geplanten Hochbehälters Estelberg ausgebaut.

Kilometerlang mussten neue Leitungen verlegt werden, um die Wasserversorgung der Albbrucker Bergdörfer auf sichere Beine zu stellen. Im Bild die Leitungsarbeiten im Bereich der Birndorfer Kapelle.
Kilometerlang mussten neue Leitungen verlegt werden, um die Wasserversorgung der Albbrucker Bergdörfer auf sichere Beine zu stellen. Im Bild die Leitungsarbeiten im Bereich der Birndorfer Kapelle. | Bild: Manfred Dinort

Bereits fertiggestellt wurde im vergangenen Jahr der Hochbehälter am Birndorfer Kehlweg, einschließlich der Anschlüsse für die Ortsteile Birndorf und Birkingen sowie die entsprechenden Maßnahmen zur Prozessleittechnik. Im gleichen Zuge werden sieben alte, sanierungsbedürftige Hochbehälter stillgelegt. Darüber hinaus werden, zur Erhöhung der Versorgungssicherheit im gesamten Gemeindegebiet, am Albbrucker Hochbehälter Äußere Letze und im neuen Hochbehälter Birndorf Pumpwerke eingebaut, um Grundwasser aus den Tiefbrunnen Dogern und Albbruck zum neu geplanten Hochbehälter Estelberg fördern zu können und auch umgekehrt. Dies ist in Bezug auf die möglicherweise anstehende Außerbetriebnahme des Albbrucker Tiefbrunnens „Bannhag“ für die gesamte Gemeinde von besonderer Bedeutung.

Der neue Hochbehälter am Kehlweg oberhalb von Birndorf soll zusammen mit dem geplanten Hochbehälter auf dem Estelberg sieben alte Behälter ersetzen. Bilder: Manfred Dinort
Der neue Hochbehälter am Kehlweg oberhalb von Birndorf soll zusammen mit dem geplanten Hochbehälter auf dem Estelberg sieben alte Behälter ersetzen. | Bild: Manfred Dinort

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Bürgermeister Stefan Kaiser: „Wasser ist für uns ein wichtiges Thema, vor allem für eine finanzschwache Flächengemeinde wie Albbruck. Wir sind sehr dankbar, dass wir für die verschiedenen Abschnitte Zuschüsse bekommen.“ Derzeit werde der zweite Bauabschnitt umgesetzt, im nächsten Jahr soll der dritte Abschnitt in Angriff genommen werden. „Auch da hoffen wir wieder auf finanzielle Unterstützung durch das Land.“ Stefan Kaiser verwies auch darauf, dass die vorhandenen Leitungsnetze der Bergdörfer mitsamt Hochbehältern aus den 50er und 60er Jahren stammen, „da ist eine Neustrukturierung dringend erforderlich gewesen.“ Die gesamte Baumaßnahme werde sich über mehrere Jahre hinziehen, die Kosten würden sich insgesamt auf 4,5 bis fünf Millionen Euro belaufen.

Auch der Hochbehälter oberhalb von Etzwihl wird vom Netz genommen. Durch eine Neustrukturierung der Wasserversorgung in den Albbrucker Bergdörfern ist er überflüssig geworden.
Auch der Hochbehälter oberhalb von Etzwihl wird vom Netz genommen. Durch eine Neustrukturierung der Wasserversorgung in den Albbrucker Bergdörfern ist er überflüssig geworden. | Bild: Manfred Dinort