Fußwallfahrten sind längst in aller Munde. Jedes Jahr starten Frauen und Männer in die unterschiedlichsten Richtungen, um an einen Gnadenort zu kommen oder lange Touren als sportliche Herausforderung auf sich zu nehmen. Dabei sind es die unterschiedlichsten Beweggründe sich auf den Weg zu machen. Sicherlich zu den bekanntesten zählt der Jakobs-Weg mit seinen unterschiedlichsten Varianten um am Ende Santiago de Compostela zu erreichen. Weniger bekannt ist der „Hildegard von Bingen Pilger-Wanderweg“ am Mittelrhein. Diese 137 Kilometer lange Route haben Margarete Lenz und Susi Schubert gemeistert.

Einst Arbeitskolleginnen

Die beiden Frauen aus Unteralpfener waren einst Arbeitskolleginnen, haben sich aber in den letzten Jahren aus den Augen verloren. Jetzt, da die Albbrucker Gemeindereferentin Susi Schubert sich im Sabbatjahr befindet, machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Die Bankangestellte Margarete Lenz hat große Erfahrung mit langen Wanderstrecken und hat beispielsweise schon die 130 Kilometer zu Fuß nach Mariazell absolviert.

Bereichernde Begegnungen

„Wir wussten nicht, ob es gut verlaufen würde, aber es war traumhaft schön“, sind sich die beiden Pilgerinnen einig. „Wir waren nicht nur beim täglichen Morgengebet alleine, sondern sehr oft auch auf weiter Flur. Aber wir haben auch bereichernde Begegnungen erfahren“, berichtet Margarete Lenz.

59 Info-Tafeln zu Hildegard

Aufgebrochen waren die beiden Frauen auf ihre fünftägige Pilgertour in Idar-Oberstein unterhalb der Felsenkapelle. Beide hatten sieben Kilogramm schwere Rucksäcke dabei. „Die Route ist sehr gut ausgeschildert gewesen, und auch mit den Unterkünften hat es immer gut geklappt“, so Susi Schubert. Dabei konnten sich die beiden Frauen aus Albbruck auf der gesamten Tour auf 59 Hildegard Tafeln über die Visionärin und Kirchenlehrerin des Mittelalters informieren.

Nur ein Regentag

Immer wieder wurde auf dem vielfach neu angelegten Premiumweg Station gemacht in den Kirchen eingekehrt. „Wir haben uns den Pilgerstempel geholt und immer auch einen Blick in die Kräutergärten geworfen“, so Schubert. Die Route verlief bergauf und bergab durch bewaldete Gegenden und in Richtung Bingen durch Weinberge. Dabei gab es nur einen Regentag.