Das ist eine gute Nachricht für alle Bürger der Stadt, die den innerstädtischen Nahverkehr bereits nutzen und für diejenigen, die einen Umstieg auf die Stadtbusse bislang noch gescheut haben. Die Stadtverwaltung und die Verkehrsgemeinschaft Villingen-Schwenningen (VGVS) haben jetzt ihr neues Stadtbuskonzept vorgestellt. Bereits am 1. Januar 2020 gilt das deutlich erweiterte Angebot.

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Neues Konzept

Wie Bürgermeister Detlev Bührer, Alexander Schmid vom Garten- und Tiefbauamt und die beiden VGVS-Geschäftsführer Manfred Schürmann und Klaus Maier präsentierten am Freitag gemeinsam mitteilten, soll das Busangebot zum Jahreswechsel um stolze 42 Prozent wachsen. Dazu zählen auch 40 neue Haltestellen. „Unser Ziel war es, dass Bürger künftig nur 300 bis 400 Meter Fußweg bis zu einer Bushaltestelle haben“, erklärt Schmid. Die Schramberger Straße sei bislang unterversorgt gewesen, oder das Wohngebiet Wöschhalde, nennt er Beispiele. Die Wöschhalde werde künftig nicht mehr umfahren, die Haltestelle liegt nun zentral. Auch aktuelle Entwicklungen wurden bei der Planung berücksichtigt. Das neue Wohngebiet Eschelen oder die Studentenwohnungen der Polizeihochschule an der Dattenbergstraße wurden bei der Planung berücksichtigt. Ein einheitlicher 30-Minutentakt soll zudem Verlässlichkeit in den Fahrplänen schaffen. So könne man sich die Zeiten viel leichter merken. Wichtige Linien wurden zusätzlich in den Abendstunden ausgeweitet, zum Beispiel zwischen Villingen und Schwenningen. Der neue Nachtbus ergänzt das Angebot an Wochenenden. Rufbusse fallen jedoch ganz weg. Zu groß sei die Hemmschwelle bei den Menschen, Busse telefonisch zu bestellen, begründet Bührer die Entscheidung.

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Attraktivität

Vor allem Arbeitnehmer profitieren. Der Takt der Busse sei an die Schichtzeiten im Schwarzwald-Baar Klinikum angepasst worden, so Bührer. Der größte Arbeitgeber der Stadt unterstützt das Konzept mit verbilligten Job-Tickets für Mitarbeiter. „Dauerkarten sind für uns am allerwichtigsten“, sagt Schmid. Daher wurden die Fahrpläne mit dem neuen Kreisfahrplan abgestimmt, um auch für Pendler von auswärts attraktiver zu werden. Es soll auch Kooperationen mit Nachbarlandkreisen geben. Trotz erweitertem Angebot sollen Ticketpreise vorerst stabil bleiben.

Probleme

Die enorme Angebotssteigerung bringt aber auch einige Probleme mit sich. Es müssen etwa 20 neue Busfahrer eingestellt werden. Angesichts des leer gefegten Arbeitsmarktes und der Kürze der Zeit bis zum Start sei dies eine schwierige Aufgabe, sind sich die beiden VGVS-Geschäftsführer einig. Einfacher, als die Fahrer in Tarifkunde zu schulen und einige neue Mitarbeiter in Sprachkursen für die Arbeit hinter dem Steuer fit zu machen, sei die Organisation von weiteren Fahrzeugen.

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Ortsteile

Profitieren sollen auch die VS-Ortsteile von der Umstellung. Der Verkehrsplan sei so angepasst worden, dass die Menschen schnell und einfach ein Nahversorgungszentrum in der Stadt erreichen. Fahrzeiten von Zubringerbussen und Stadtfahrplan wurde aufeinander abgestimmt.

Investitionen

Die Verwaltung lässt sich die Aufwertung des Nahverkehrs einiges kosten und rechnet im kommenden Jahr mit 4,75 Millionen Euro an Zuschüssen. Die Jahre zuvor flossen jeweils rund zwei Millionen Euro in den Busverkehr. Steigen die Fahrgastzahlen deutlich an, reduzieren Mehreinnahmen den Zuschuss. Zuletzt zählte die VGVS 2,2 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Werbekampagne

„Wir haben jetzt ein komfortables neues Netz und sind uns sicher, dass das funktionieren wird“, zeigt sich Bührer zuversichtlich. Mit einer Werbekampagne will nun möglichst viele Menschen überzeugen, auf die Stadtbusse umzusteigen. In zwei bis drei Jahren soll das Konzept auf den Prüfstand kommen, fügt Schmid hinzu.

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Hintergrund

Nachdem die VGVS ihr eigenwirtschaftliches Angebot zurückgezogen hatte, musste der Stadtlinienverkehr im Sommer neu ausgeschrieben werden. Der Rückzug wurde mit mangelnder Wirtschaftlichkeit begründet. Bei einer eigenwirtschaftlichen Vergabe gibt es keine Zuschüsse seitens der Kommune. Die VGVS legte bei der erneuten Ausschreibung das einzige Angebot vor und erhielt jetzt den Zuschlag.

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