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Zumindest am Mannschaftsbus kann es nicht liegen, dass der Saisonstart der Schwenninger Wild Wings bislang, sagen wir mal, verhalten verlief. Denn der neue Doppeldecker-Bus der Marke Setra bietet einigen Reisekomfort. Gestresst, ermüdet und durchgeschüttelt müssen die Spieler nicht bei Auswärtsspielen ankommen.

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„Der S 531 DT von Setra ist zwar ein normaler Reisebus, er ist jedoch mit allem ausgestattet, was standardmäßig möglich ist“, erklärt Dieter Petrolli, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens in Niedereschach-Fischbach. Über 500.000 Euro hat Petrolli in den neuen Bus investiert, der den bisherigen Doppeldecker ablöst. Bis 2020 kommt dieser noch im Reiseverkehr zum Einsatz, ehe er verkauft wird.

Der alte Mannschaftsbus der Wild Wings soll noch bis ins Jahr 2020 im Reiseverkehr zum Einsatz kommen.
Der alte Mannschaftsbus der Wild Wings soll noch bis ins Jahr 2020 im Reiseverkehr zum Einsatz kommen. | Bild: Fröhlich, Jens

Rund 40.000 Kilometer legen die Wild Wings pro Saison im neuen Bus zurück, der vom Verein für die Fahrten gemietet wird. Auch die Beklebung steuerte der Verein bei.

Der neue Mannschaftsbus ist 14 Meter lang, vier Meter hoch und 2,5 Meter breit.
Der neue Mannschaftsbus ist 14 Meter lang, vier Meter hoch und 2,5 Meter breit. | Bild: Fröhlich, Jens

Merkmale: Rund 500 Pferdestärken bringt der neue Mannschaftsbus auf die Straße. Trotz seiner 12,8 Liter Hubraum arbeitet der 6-Zylinder-Reihenmotor verhältnismäßig sparsam und entspricht der EU-Abgasnorm sechs. Acht Gänge helfen, den 14 Meter langen, vier Meter hohen und 2,5 Meter breiten Koloss zu beschleunigen. Innen müssen groß gewachsene Spieler aber dennoch den Kopf einziehen, unten ab einer Körpergröße von 1,84 Meter, oben bereits ab 168 Zentimetern.

Video: Fröhlich, Jens

Komfort: „Das Fahrzeug ist bei Fahrten über 350 Kilometer immer mit zwei Fahrern unterwegs“, erklärt der Geschäftsführer. So lassen sich Fahrpausen aufgrund der vorgeschriebenen Lenkzeiten vermeiden. „Die Trainer und Betreuer sitzen meist im unteren Bereich, die spieler oben“, so der 52-Jährige. So habe jeder Spieler genügend Platz, um sich nach den Partien zu erholen und keiner müsse beengt sitzen.

An mehreren Vierer-Plätzen kann man sich bequem an Tischen gegenüber Sitzen.
An mehreren Vierer-Plätzen kann man sich bequem an Tischen gegenüber Sitzen. | Bild: Fröhlich, Jens

Dafür sogt auch der vergrößerte Sitzabstand von 83 Zentimetern. Standard seien 79 Zentimeter. Daher hätten auch nur 78 Sitze Platz im Bus, anstatt bis zu 89 Plätzen.

Mehr Beinfreiheit: Aufgrund von einem größeren Sitzabstand haben auch große Personen genügend Platz für ihre Biene.
Mehr Beinfreiheit: Aufgrund von einem größeren Sitzabstand haben auch große Personen genügend Platz für ihre Biene. | Bild: Fröhlich, Jens

Alle Sitze lassen sich nach hinten absenken, die Sitze am Gang können zusätzlich seitlich verschoben werden.

Alle Sitze können nach hinten verstellt werden. Ein seitliches Verfahren zum Gang sorgt für zusätzlichen Freiraum.
Alle Sitze können nach hinten verstellt werden. Ein seitliches Verfahren zum Gang sorgt für zusätzlichen Freiraum. | Bild: Fröhlich, Jens

Zwei Kühlschränke – die werden von Petrolli mit Getränken bestückt – eine kleine Küche mit Kaffeemaschine und eine nicht geräumige Toilette runden das Angebot ab.

Die Toilette befindet sich im unteren Stockwerk.
Die Toilette befindet sich im unteren Stockwerk. | Bild: Fröhlich, Jens

Fahrgäste können über WLAN kostenlos im Internet surfen und ihre elektronischen Geräte parallel an den Steckdosen in jeder Sitzreihe aufladen. Einziges kleines Manko: Der Stauraum ist gerade ausreichend für Ausrüstung, Geräte und Gepäck des gesamten Teams.

Video: Fröhlich, Jens

Sicherheit: Für Sicherheit bei der Fahrt sorgen das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), das elektronisches Bremssystem (EBS), das Antiblockiersystem (ABS) und der Bremsassistent (BAS). Ein Abstandsregeltempomat (ART) kontrolliert Abstände zu anderen Fahrzeugen, der Spurassistent (SPA) hilft beim Einhalten der Fahrspur, der aktive Bremsassistent (ABA 4) warnt den Fahrer vor Kollisionen und kann selbstständig abbremsen.

Dieter Petrolli demonstriert, dass es im neuen Bus auch den Fahrern an nichts fehlt.
Dieter Petrolli demonstriert, dass es im neuen Bus auch den Fahrern an nichts fehlt. | Bild: Fröhlich, Jens

Rückblick: Die Firma Petrolli kann auf eine langjährige Partnerschaft mit den Wild Wings zurückblicken. „Mein Vater Heinz Petrolli hat die Kooperation vor vielen Jahren angestoßen“, erinnert sich Dieter Petrolli. Das sei immer ein sehr familiäres Verhältnis zwischen allen Beteiligten und den Spielern gewesen. Auch er selbst hat die Wild Wings schon sicher zu Spielen gefahren. Nach einer kurzen Pause übernahm Petrolli im Jahr 2003 erneut den Fahrdienst, mit kurzer Unterbrechung bis heute. „Früher waren es einfache Reisebusse, ohne Toilette, Küche und Fernseher“, so der 52-Jährige.

Die Plätze mit der besten Aussicht.
Die Plätze mit der besten Aussicht. | Bild: Fröhlich, Jens

Besondere Erlebnisse: In Erinnerung ist dem Geschäftsführer ein entscheidendes Spiel gegen Ravensburg geblieben. Petrolli saß damals selbst am Steuer. Nachdem die Wild Wings als Verlierer vom Platz gingen, seien alle im Bus sehr geknickt gewesen. Weniger Enttäuschung, dafür viel mehr Aufregung, verursachte vor einigen Jahren ein Technikfehler im Schönbuchtunnel. „Einer unserer Fahrer hatte die Hamburger Mannschaft vom Flughafen abgeholt. 100 Meter vor dem Tunnel endete die Fahrt, weil der Tunnel gesperrt war.“ Viele Telefonate mit der Polizei halfen nichts. Der Bus durfte nicht weiterfahren. Das Spiel in Schwenningen wurde letztlich mit einer Stunde Verspätung angepfiffen. Vor ganz langer Zeit habe es auch mal eine echte Panne gegeben. Dann seien Fans und Mannschaft zusammen in nur einem Bus nach Hause gefahren, anstatt mit zwei.

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Panthers-Bus: Seit der letzten Saison chauffiert Petrolli auch die Basketballer der Wiha-Panthers zu Auswärtsspielen. Ein Bus im Fuhrpark wurde daher bereits mit dem Logo der Panthers beklebt.

Reisen wie die Profis: Wer selbst einmal in einem der Mannschaftsbusse reisen möchte, kann die Fahrzeuge ganz regulär buchen, vorausgesetzt der Bus ist gerade nicht im sportlichen Einsatz. Der Wild Wings Bus kostet zum Beispiel zwischen 1200 und 1500 Euro pro Tag, je nach Entfernung. Es komme immer wieder vor, dass Kunden genau nach diesem Fahrzeug fragen. Der neue Bus ist demnach ein guter Werbeträger für das Unternehmen.

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