Das war wirklich knapp: Mit 48,1 Prozent der Stimmen hat CDU-Kandidat Jürgen Roth nur ganz knapp die absolute Mehrheit, die für einen Wahlsieg im ersten Wahlgang erforderlich ist, verpasst. In der Stichwahl am 21. Oktober reicht die einfache Mehrheit, um Stadtoberhaupt von Villingen-Schwenningen zu werden. Jörg Röber ist mit seinen 35,4 Prozent nicht zufrieden, er hatte sich sicherlich mehr erhofft. Auf Platz drei ist Marina Kloiber-Jung gelandet, die sich mit ihren 12,2 Prozent zufrieden zeigte.

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Für Gaetano Cristilli ist bei 2,2 Prozent der Stimmen klar, dass er nicht mehr dabei ist im zweiten Wahlgang. Anders sieht das Marina Kloiber-Jung, sie will ganz klar wieder antreten und das könnte schlecht sein für Jörg Röber, weil sie ihm sicher Stimmen abzieht. Allerdings wird der Wahlkampf etwas ruhiger verlaufen in den nächsten zwei Wochen, weil klar ist, dass Röber und Roth nicht um die Stimmen von Marina Kloiber-Jung kämpfen müssen.

Ganz klar gezeigt hat sich, dass Jörg Röber in Schwenningen nicht punkten konnte, die Wähler haben hier kein Vertrauen, dass er eine andere Politik macht als sein jetziger Chef Rupert Kubon. Nur 29,6 Prozent der Stimmen hat er hier erreicht. Die Schwenninger fürchten sich davor, politisch entmachtet zu werden, wenn ein zentraler Verwaltungsneubau auf dem Mangin-Areal realisiert wird. Jürgen Roth hat hier mit 53,5 Prozent regelrecht abgesahnt, das gute Abschneiden zieht sich auch durch die früheren Schwenninger Stadtbezirke.

Die detaillierten Wahlergebnisse finden Sie hier im SÜDKURIER-Wahlportal.

Die Lager der Parteien werden schwächer

Deutlich besser abgeschnitten hat Jörg Röber in Villingen mit 40,1 Prozent, aber auch hier zieht Jürgen Roth an ihm vorbei mit 43,3 Prozent. Die Zeiten sind vorbei, wo die SPD traditionell in Schwenningen ihre besten Ergebnisse erzielte und Villingen als schwarze Hochburg galt. Die Wähler schauen in erster Linie auf die Person und weniger auf das Parteibuch und hier überzeugte Jürgen Roth mehr Menschen.

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Allerdings zeigt die große Kluft beim Ergebnis zwischen den beiden Stadtbezirken, dass der Weg zur gemeinsamen Stadt noch holprig ist. Noch immer wird die Befindlichkeit des eigenen Stadtbezirks über das Gesamtwohl gestellt. 2002, als Rupert Kubon das erste Mal angetreten ist, ist es ihm im zweiten Wahlgang gelungen, den zunächst führenden CDU-Bewerber Stein auf der Zielgraden zu überholen. Ob dies Röber allerdings auch gelingt, der auf eine höhere Wahlbeteiligung zu seinen Gunsten im zweiten Durchlauf setzt, wird sich zeigen müssen.

Absolut enttäuschend ist die Wahlbeteiligung, die gerade mal bei 42,3 Prozent liegt. Sogar vor acht Jahren war die Beteiligung höher, sie lag bei 44,9 Prozent und das, obwohl der Amtsinhaber wieder zur Wahl stand. Das Interesse bei den Kandidatenvorstellungen war groß, die Wähler hatten eine echte Auswahl zwischen verschiedenen Kandidaten. Es ist nicht verständlich, warum so wenig Bürger von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Zukunft in ihrem Umfeld mitzugestalten. Hoffentlich ändert sich das am 21. Oktober.

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