Ob Antigone, Jeanne d‘Arc oder Roxane im derzeitigen Stück „Cyrano de Bergerac“ – als einzige Frau im festen Färbe-Ensemble spielt Milena Weber alle weiblichen Rollen. Die Figur der Mercedes im Stück „Die Grönholm-Methode“ weckt bei ihr besondere Erinnerungen: „Es war meine erste Rolle im Festengagement, und mit diesem Stück haben wir bei den Privattheatertagen in Hamburg den Monika-Bleibtreu-Preis erhalten.“

„Ein totales Abenteuer“

Weber kam im Sommer 2016 von der Schauspielschule Köln zur Färbe. „Das war irre, hier anzukommen war für mich ein totales Abenteuer“, erzählt sie und, dass sie nie damit gerechnet habe, nach dem Vorsprechen fest engagiert zu werden.

Von allen gut aufgenommen, habe auch Peter Simon, Leiter der Färbe, sofort hinter ihr gestanden. „Peter strahlt eine Theatermagie aus, die kann man nicht erlernen“, er habe ihr Mut gemacht. „Besser konnte es für mich gar nicht laufen“, sagt die 30-Jährige, die das Publikum mit ihrer warmen Soulstimme für sich einnimmt.

Schöne, Geliebte, Hausfrau

Bekannte Frauenfiguren wie zum Beispiel Jeanne d‘Arc zu spielen, sei eine Herausforderung. Jeder habe seine eigene Vorstellung von dieser Frau. „Ihr kann man gar nicht gerecht werden, und das muss ich auch nicht“, meint Milena Weber. Für sie zählt die Geschichte und sie versuche, dem Mythos dieser Figur näherzukommen.

In modernen Stücken spiele sie öfter die Schöne oder die Geliebte. Etwas ganz anderes sei die Rolle in „Porzellan und Elefanten“ gewesen: „In dem Stück war ich die garstige Hausfrau. Das hat richtig Spaß gemacht“, denkt sie noch jetzt mit Freude zurück.

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Eine besondere Rolle hatte Milena Weber im Solostück „Die Eisbärin“, mit dem auch die Färbe einen neuen Weg beschritt. Dabei nämlich wurde ein Klassenzimmer zur Bühne und die ganze Aufmerksamkeit der Schüler war allein auf sie gerichtet. Im neuen Stück „Die Niere“ indes wird sie nicht die einzige Frau auf der Bühne sein: „Ich freue mich, dass Katharina Plank dazukommt, ein bisschen mehr Frauen-Power tut der Färbe gut.“