Seit fast einem Jahr ist alles anders als zuvor – die Corona-Pandemie hat 2020 vielen Plänen ein Ende bereitet, den Alltag und das Berufsleben stark eingeschränkt und für viele Probleme gesorgt.

Pflegeheime etwa mussten schon im Frühjahr viele Abläufe umstellen, um für die Einhaltung der Hygiene-Regeln zu sorgen und Bewohner und Mitarbeiter zu schützen – gerade ältere Menschen sind schließlich besonders von den Gefahren des Coronavirus betroffen.

Ebenso war bei der Sozialstation Radolfzell-Höri vieles völlig anders als sonst. Der Umgang mit Keimen und Viren ist in der Pflege zwar normal, wie die Geschäftsführerin Sabine Wegmann berichtete. Allerdings barg die Maskenpflicht sowie die Angst vor Corona zum Teil Probleme.

Bild: Jarausch, Gerald

Auch Radolfzeller Ärzte mussten ihren Praxisablauf den neuen Umständen entsprechend anpassen.

Gleich ging es Hebammen. Die Nachfrage nach Hausgeburten stieg etwa an. Heidrun Ullmann und Frederike Bohl berichteten aus dem Alltag zwischen Corona-Pandemie und Kinderkriegen.

Fahrlehrer und ihre Schüler mussten viel Geduld mitbringen – zeitweise waren keine Fahrstunden, keine Prüfungen und auch kein Theorie-Unterricht möglich.

Vor Herausforderungen standen auch Klinikseelsorger, die nicht nur Patienten erlebten, die ihren Krankenhausaufenthalt ohne Familie und Freunde durchstehen mussten, sondern die selbst auch mit der Angst leben mussten, sich zu infizieren.

Friseure mussten nach der ersten Schließung im Frühjahr Aufwand in die Erstellung eines Hygiene-Konzepts stecken.

Auch der Umgang mit Tod und Trauer hat sich seit dem Auftauchen des gefährlichen Virus deutlich geändert. Der Radolfzeller Bestatter Thomas Schäuble, Inhaber des Bestattungsinstituts Koller, sprach mit dem SÜDKURIER über Vor- und Nachteile der Coronaverordnung für Beerdigungen.

Bild: Schneider, Anna-Maria

Schwierig war es auch für den Radolfzeller Swingerclub Romantica – diese Art von Spaß und Corona passen einfach nicht zusammen. Der Club bangte sogar um seine Zukunft.

Die Händler auf dem Radolfzeller Wochenmarkt gaben dagegen an, ohne große Einbußen über das Corona-Jahr gekommen zu sein. Allerdings fürchteten sie sinkende Kundenzahlen durch die Schließung der Geschäfte.

Nicht leicht hatten es auch Beherbergungsbetriebe – der Sommer habe zwar viele Gäste gebracht, auch solche, die noch nie zuvor am Bodensee waren, berichteten Hoteliers. Allerdings fehlten durch die Schließungen viele Einnahmen.

Bild: Jarausch, Gerald

Radolfzeller Fitness-Studios sprachen sogar von einem drohenden Kollaps – denn im Herbst und Winter generieren die Studios die meisten Neukunden, in genau dieser Zeit mussten sie jedoch geschlossen bleiben.