Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Waldes, so Forstminister Peter Hauk bei seinem Besuch im Wehrer Wald. Hier wurde schon früh mit der Umstrukturierung begonnen – neben Vorzeigewaldstücken bekam der Minister aber auch kritische Fragen präsentiert, vom Abtransport des Schadholzes bis zu den aktuellen Fördermaßnahmen.

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Der Einladung von CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller zusammen mit dem CDU-Politiker und studierten Forstwirt Hauk den Wehrer Wald zu besuchen, ließ sich kaum jemand entgehen, der in der Region Bezug zum Forst hat. Denn der Klimawand ist im Südbadischen längst angekommen und gehe dem Wald an die Substanz, so Hauk. Von Trockenheit und Hitze geschwächte Bäume werden anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

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Der Holzmarkt ist übersättigt, mit Corona fielen internationale Absatzwege weg. Gerade Privatwaldbesitzern stehe das Wasser bis zum Hals, machte Norbert Schwarz deutlich. Als Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Südschwarzwald vermarktet er das Holz für einen Großteil der Privatwaldbesitzer im Landkreis sowie das einiger Kommunen. „Nur 30 Prozent können wir regional vermarktet. Wir schämen uns schon für die Holzpreise. Das Käferholz wird zu Dumpingpreisen verkauft, teilweise unterbietet uns der Landeswald dabei noch,“ so Schwarz.

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Eine Zwickmühle für den Minister, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der ForstBW ist: „Kartellrechtlich ist es nicht möglich, nicht an den Markt zu gehen. Dumpingpreise sind mir aber neu“, so Hauk und verspricht, dem nachzugehen. Kritik gab es auch an der neuen Fördermaßnahmen.

Informieren: Die Wehrer Stadtförsterin Swantje Schaubhut, erläutert Minister Hauk (CDU) und dem Abgeordneten Schreiner (CDU, MdB) die Möglichkeiten, mit Totholz umzugehen. Wächst frisches Holz nach, können das Totholz auch im Wald bleiben – sonst muss mit teilweise hohen Kosten geräumt werden.
Informieren: Die Wehrer Stadtförsterin Swantje Schaubhut, erläutert Minister Hauk (CDU) und dem Abgeordneten Schreiner (CDU, MdB) die Möglichkeiten, mit Totholz umzugehen. Wächst frisches Holz nach, können das Totholz auch im Wald bleiben – sonst muss mit teilweise hohen Kosten geräumt werden. | Bild: Julia Becker

Denn gerade der Bonus, dass man den Antrag digital „im Wald machen“ könne, so Hauk, stellt sich als Problem dar. Die Förderung sei zwar ein gutes System, so Freidel weiter. Der Antrag überfordere aber viel Waldbesitzer, da er sehr komplex und nur digital auszufüllen ist, die Internetverbindungen in vielen Orten im Landkreis dies aber kaum zulasse.

„Sie waren da ihrer Zeit voraus. Wir haben Sorge, dass das Geld nicht ankommen, weil die Waldbesitzer überfordert sind“, so Freidel, zuständig für die Privatwälder beim Kreisfrostamt. Mittlerweile müsse er so viele telefonische Anfragen zum Antrag selbst beantworten, dass er kaum mehr die Anträge selbst bearbeiten könne. „Wir planen nun, ein Callcenter einzurichten“, so Amtsleiter Helge von Gilsa. „Aus Erfahrung rechnen wir aber mit einem rückläufigen Bedarf“, so Hauk.

Diskussionsbedarf: Im Wehrer Wald machten sich Bürgermeister Michael Thater, Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU), der Minister für Ländlichen Raum Peter Hauk die beiden CDU-Gemeinderäte Stefan Tussing und Siegfried Griener, die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU) und der Erste Landesbeamte Jörg Gantzer in Vertretung für den Landrat ein Bild von den Auswirkungen des Klimawandels und diskutierten mit Privatwaldbesitzern und Vertretern des Forstamts Lösungs- und Hilfsmöglichkeiten.
Diskussionsbedarf: Im Wehrer Wald machten sich Bürgermeister Michael Thater, Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU), der Minister für Ländlichen Raum Peter Hauk die beiden CDU-Gemeinderäte Stefan Tussing und Siegfried Griener, die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU) und der Erste Landesbeamte Jörg Gantzer in Vertretung für den Landrat ein Bild von den Auswirkungen des Klimawandels und diskutierten mit Privatwaldbesitzern und Vertretern des Forstamts Lösungs- und Hilfsmöglichkeiten. | Bild: Julia Becker

Gleich schriftlich bekam der Minister von Sabine Hartmann-Müller die Bitte mit, sich für höhere Zuladungen der Holztransporter einzusetzen: Bis Mai durften diese mit Sondererlaubnis 44 Tonnen pro Fahrt statt der sonst zulässigen 40 Tonnen aus dem Wald bringen. In Anbetracht des enormen Bedarfs und der begrenzten Verfügbarkeit an Lastwagen wäre eine erneute Sondergenehmigung eine große Erleichterung für die Waldbesitzer, so Hartmann-Müller.

 

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