Gut Ding will Weile haben, so Bürgermeister Michael Thater anlässlich der lang erwarteten Einweihung des Aussichtsturms an der Wehrmündung. Und das der 14 Meter Holzturm gelungen ist, da waren sich Festgäste und zufällige Besucher am Dienstag Abend einig.

Gefeiert: Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat aus Schwörstadt, Bürgermeister Alexander Guhl aus Bad Säckingen, ...
Gefeiert: Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat aus Schwörstadt, Bürgermeister Alexander Guhl aus Bad Säckingen, Oberbürgermeister Klaus Eberhardt aus Rheinfelden und der Wehrer Bürgermeister Michael Thater (von links) freuten sich das nun fast alle Projekte des Rheinuferweg extended abgeschlossen sind. | Bild: Julia Becker

Was aber ein Schlusspunkt für die Wehrer Beiträge zum „Rheinuferweg extended“ werden sollte, ist nun doch ein Finale mit Nachspielzeit: Denn die Kanusportler werden wohl bis zum Herbst auf ihren Anlagesteg warten müssen, so Thater. War es erst der Mangel an Metall auf dem Markt, sind es nun die Eidechsen, welche erst vergrämt werden müssten. „Der Steg ist bereits in Wehr“, bestätigte der Bürgermeister auf Nachfrage.

Die erneute Verzögerung tat der Freude über das neue Vorzeigeobjekt am Rhein allerdings keinen Abbruch. Neben Gemeinderäten und Vertretern der Stadtverwaltung hatten sich auch die Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat aus Schwörstadt sowie Bürgermeister Alexander Guhl aus Bad Säckingen und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt aus Rheinfelden eingefunden.

Erklärt: Killian Bühler (links) vom Wehrer Holzbauer Bühler erklärte den Besuchern Details zu der Konstruktion aus Fichtenholz.
Erklärt: Killian Bühler (links) vom Wehrer Holzbauer Bühler erklärte den Besuchern Details zu der Konstruktion aus Fichtenholz. | Bild: Julia Becker

„Es ist phänomenal: Die Stadt mit der geringsten Uferlänge hat am meisten gemacht“, lobte Eberhardt. Die beiden Rheinfelden waren als Initiatoren des Teilprojekts „Rheinuferweg Extended“ federführend, beim Rheinfelder Landschaftsplaner Patrick Pauli liefen die operativen Fäden zusammen.

Video: Julia Becker
Aussicht: Vom Turm hat man einen guten Blick auf das Naturschutzgebiet, den Rhein sowie die Nachbargemeinden. Die Holzverkleidung soll ...
Aussicht: Vom Turm hat man einen guten Blick auf das Naturschutzgebiet, den Rhein sowie die Nachbargemeinden. Die Holzverkleidung soll die brütenden Vögel vor Störungen schützen. | Bild: Julia Becker

Es sei ein regelrechter Wettbewerb auf beiden Seiten des Rheins gewesen, so Thater. Das Engagement sehe man auch an den investierten Summen: insgesamt 1,44 Millionen Euro mit 70 Prozent Förderung wurden auf deutscher Seite für die Uferaufwertung genutzt.

Ausgeschildert: Wie in den anderen zehn deutsche und Schweizer Gemeinden ziert nun auch eine Infotafel das Wehrer Leuchtturmprojekt. Die ...
Ausgeschildert: Wie in den anderen zehn deutsche und Schweizer Gemeinden ziert nun auch eine Infotafel das Wehrer Leuchtturmprojekt. Die blaue Welle dient dabei als Erkennungszeichen für das Projekt „Rheinunferweg extended“. | Bild: Julia Becker

In der Schweiz seien es knapp 1,2 Millionen Euro gewesen – allerdings mit nur 30 Prozent Förderung.

Erklommen: Nicht nur die zahlreichen Gäste der Einweihungsfeier erklommen den 14 Meter hohen Turm. Auch die ersten Passanten nutzen die ...
Erklommen: Nicht nur die zahlreichen Gäste der Einweihungsfeier erklommen den 14 Meter hohen Turm. Auch die ersten Passanten nutzen die Gelegenheit – als erstes Familie Hass aus Säckingen: Superschön, genial und eine gigantische Aussicht! | Bild: Julia Becker

Uferaufwertung mit Stolpersteinen

Als in Wehr mit dem Projekt „Rheinuferweg Extended“ begonnen wurde, rechnete man noch mit Gesamtkosten von 290.000 Euro. Damit sollten vier Projekte realisiert werden. Bereits vor einem Jahr wurden am Ufer in Brennet Badestufen installiert, welche sowohl den Zugang zum Rhein ermöglichen als auch das Ufer vor Erosion schützen sollen. Zeitgleich entstanden zwei geschützte Sitzgelegenheiten, der Hans-Thoma-Blick direkt am Rhein. Neben dem Wassersportverein soll ein Metallsteg einen eigene Anlegemöglichkeit für Wanderkanus und den dort ansässigen Kanusportverein bieten.

Weitergebaut: Die neue Sitzbank gegenüber des Turms gefiel nicht nur den Gemeinderätinnen Sabine Kramer-Rempe, Martina Meyer und Petra ...
Weitergebaut: Die neue Sitzbank gegenüber des Turms gefiel nicht nur den Gemeinderätinnen Sabine Kramer-Rempe, Martina Meyer und Petra Niedermayer mit dem Wehrer CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Uwe Planko. Fünf weitere Bänke dieser Art sollen mit Förderung durch den Naturpark Südschwarzwald in Wehr aufgestellt werden. | Bild: Julia Becker

Als wohl auffälligsten Projekt steht nun an der Wehramündung der 14 Meter hohe Aussichtsturm. Gestiegene Materialkosten und naturschutzrechtliche Auflagen verteuerten das Gesamtprojekt schließlich auf aktuell 370.000 Euro. Gleichzeitig konnte die Fördersumme aber erhöht werden, so das auf die Stadt Wehr nun ein Eigenanteil von insgesamt 110.000 Euro entfällt.

Abschluss: Der scheidende Umweltbeauftragte Clemens Thoma freut sich mit Rheinfeldens Landschaftsplaner Patrick Pauli über die ...
Abschluss: Der scheidende Umweltbeauftragte Clemens Thoma freut sich mit Rheinfeldens Landschaftsplaner Patrick Pauli über die Fertigstellung des Turms kurz vor seinem Ruhestand. | Bild: Julia Becker
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