Freundschaften und Partnerschaften jeglicher Art wurden seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auf eine harte Probe gestellt. Freundschaftliche Treffen in unbeschwerter Runde und Reisen zu liebgewonnenen Menschen waren, wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Diese schmerzhafte Erfahrung musste auch der Wehrer Verein „Freundeskreis Städtepartnerschaften“ machen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Stadt Wehr in partnerschaftlichen Obliegenheiten tatkräftig zu unterstützen. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Roland Fricker darüber, wie der Verein über die Corona-Krise gekommen ist und welche Aktivitäten in den kommenden Monaten geplant sind.

Südliches Flair genossen die Mitglieder des Freundeskreises Städtepartnerschaften Wehr bei einer Fahrt nach Bandol im Jahr 2010. Bild: Verein
Südliches Flair genossen die Mitglieder des Freundeskreises Städtepartnerschaften Wehr bei einer Fahrt nach Bandol im Jahr 2010. Bild: Verein | Bild: Verein

Die Stadt Wehr unterhält eine aktive Partnerschaft mit Bandol an der Cote d‘ Azur sowie freundschaftliche Beziehungen zu den Städten Onex im Kanton Genf und Nettuno am Tyrrhenischen Meer, südlich von Rom. In alle drei Städte werden regelmäßig Busreisen angeboten, um die Partnerstädte der Bevölkerung aus Wehr etwas näher zu bringen, erzählte Roland Fricker. Auch umgekehrt sind immer wieder Gäste aus den drei Gemeinden zu Besuch in Wehr.

Bandol ist immer eine Reise wert für den Freundeskreis Städtepartnerschaften Wehr. Bild: Verein
Bandol ist immer eine Reise wert für den Freundeskreis Städtepartnerschaften Wehr. Bild: Verein | Bild: Verein

Vor der Pandemie war zuletzt eine Schülergruppe aus Bandol im Februar 2020 in Wehr zu Gast. Die jungen Franzosen genossen unbeschwerte Tage in Südbaden und durften die alemannische Fasnacht kennenlernen, die für sie sehr beeindruckend war. Anfang 2020 wurde vom Vorstand noch das Jahresprogramm ausgearbeitet. Dann kam die Corona-Pandemie und nahezu alle Aktivitäten ruhten: „Das gesamte Vereinsleben ist darniedergelegen“, so Roland Fricker. Der Vorsitzende weiter: „Die geplante 10. Reise nach Bandol im Jahr 2020 musste leider abgesagt werden“. Auch die beliebten Jumelage-Hocks und die 14-tägigen Boule-Treffen konnten nicht stattfinden. Die Veranstaltung „Sommer in Wehr“, wo der Freundeskreis mit einem Stand vertreten ist, fand ebenfalls nicht statt.

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Dennoch war der Verein gleich zu Beginn der Pandemie nicht tatenlos. Wie Roland Fricker erzählte, fanden sich sechs Frauen aus den Reihen der Mitglieder zusammen, um Corona-Schutzmasken anzufertigen. Diese wurden dann verkauft; der Erlös kam der Vereinskasse zugute: „Diese Aktion hat sehr viel Zustimmung gefunden“, freute sich Fricker.

Im vergangenen Sommer fand unter strengen Hygieneregeln noch die Hauptversammlung des Freundeskreises in der Stadthalle statt. Dann ruhten die Vereinsaktivitäten bis zum Jahresende. Dennoch war Roland Fricker während des Lockdowns fleißig und produzierte das Mitgliederheft „Südwind“ mit einem Weihnachtsgruß des Vorsitzenden.

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Mit einer ersten Vorstandssitzung am 19. Juli 2021 wagte der Verein wieder einen vorsichtigen Neustart. Roland Fricker: „Wir haben darüber gesprochen, was für uns in Frage kommt. Während des wiederholten Lockdown haben wir die Mitglieder immer informiert. Wir haben den Verein nie ganz brach liegen lassen“.

Positiv merkte der Vorsitzende an, dass aufgrund der Pandemie keine Austritte zu verzeichnen waren. Nun richtet der Freundeskreis Städtepartnerschaften den Blick nach vorn. Immer unter der Voraussetzung, dass Aktivitäten möglich sind, werden die Jumelage-Hocks und die Boule-Treffen wieder stattfinden. Für den 19. September ist der Jahresausflug ins benachbarte Elsass geplant. Zuvor wurde auf den 2. September die Jahresmitgliederversammlung angesetzt. Am ersten Advent soll es in der Stadthalle eine Vorweihnachtsfeier geben. Auch das Jahr 2022 hat der Vorstand schon im Blick. Um den Verein auf gesunder Basis zu halten, sind interessierte jüngere Mitglieder sehr erwünscht.

Einen persönlichen Wunsch hat Roland Fricker für die Zukunft: „Ich wünsche mir, das unser Verein nicht noch einmal eine Pandemie durchmachen muss und dass wir alle gesund bleiben.“