„Wenn ich besser singen könnte, würde ich jetzt Freude schöner Götterfunken schmettern. Danke dass Sie wieder da sind.“ So Kulturamtsleiterin Kerstin Simon an diesem lauen Spätsommerabend bei der Eröffnung der neuen Kultursaison in der Stadtgärtnerei in Waldshut. 70 Besucher durften – nach strengen Corona-Regeln – an der Veranstaltungsreihe „Radieschen von unten“ im Freien teilnehmen. Diesmal stellte das Autorenduo Franziska Hidber und Christian Ruch ihren ersten gemeinsamen Kriminalroman „Venner“ vor.

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Beide Autoren lasen abwechselnd Passagen aus dem Krimi. Vor allem aber plauderten sie mit viel Witz und Humor über die Entstehungsgeschichte des Romans, über Annährungen, Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten: „Unsere Zusammenarbeit war keineswegs immer idyllisch“, so Hidger. „Ich war immer strenger mit ihm. Denn er hatte so Vorstellungen vom „Traumschiff“ und wollte ständig Norwegen erklären.“

Zu den Autoren

Denn Christian Ruch ist großer Norwegenkenner und -liebhaber, während die Schweizerin Franziska Hidber aus dem Sarganserland stammt. So entstand dann auch, als sie sich 2018 beruflich kennenlernten, die spontane Idee eines Krimis, der zwischen Nordkap und Sargans spielen sollte. Jeder sollte jeweils ein Kapitel schreiben.

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Das Ergebnis ist „Venner“ – auf Norwegisch „Freunde“. Kurz zum Inhalt: Der Auslandsschweizer Reto Anrig wird tot auf der nördlichsten Landzunge Europas aufgefunden. War es ein Unfall oder Mord? Selina, die Tochter des Toten, und ihr Kindheitsfreund, der junge Dorfpolizist Einar, entdecken Ungereimtheiten und dunkle Geheimnisse, darunter fremde Fußspuren am Tatort. Bei der Lesung fallen viele fremdländische Namen, und beide Autoren sorgen bewusst für Verschleierungen.

Blick auf einen Teil der Zusschauer in der Stadtgärtnerei – streng nach Corona-Regeln. Bild: Rosemarie Tillessen
Blick auf einen Teil der Zusschauer in der Stadtgärtnerei – streng nach Corona-Regeln. Bild: Rosemarie Tillessen | Bild: Rosemarie Tillessen

Doch je dunkler der Abend wird, desto mehr kommt Krimistimmung auf, vor allem in den Lesepassagen von Franziska Hidber. Aber der Zuhörer hat das dunkle Gefühl, dass wichtige Tatsachen bewusst verschwiegen werden. Das ist raffiniert, da soll Neugier geweckt werden. Wer ist die unbekannte Frau, die im See ertrunken ist? Wer ist der Mann, der plötzlich neben Reto auftaucht? Wer sind die „Freunde“? Viele Besucher kaufen anschließend das Buch, das von den Autoren bereitwillig signiert wird. Ein gelungener Start in die neue „Corona-Kultursaison“.

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