Außergewöhnlich war das Jahreskonzert des Musikvereins Gaiß-Waldkirch, das traditionell in der Stadthalle Waldshut stattfindet, diesmal unter dem Motto „Blasorchester trifft auf Klavier“. Außergewöhnlich waren auch die Umstände: Am Eingang fanden 2G-Kontrollen statt, in Verbindung mit dem Personalausweis und einer Kontaktverfolgung. Darüber hinaus herrschte für die Besucher während des Konzerts Maskenpflicht. Aber das schreckte kaum ab, die Besucherzahlen erreichten fast das Niveau der früheren Jahre.

Die lästigen Begleiterscheinungen waren schnell vergessen, als Marina Reichmann den Taktstock hob und die ersten Klänge ihren Zauber auf das Publikum ausübten. Moderiert wurde der Abend von Natalie Gertis, die kurzfristig für Pater Herrmann-Josef Zoche einsprang. Bei der Begrüßung sagte der Vorsitzende Daniel Tröndle: „Es freut uns, dass wir das Konzert trotz Corona durchführen können und wir Sie nach längerer Pause hier wieder begrüßen können.“ Er hieß unter den Gästen auch Oberbürgermeister Philipp Frank mit Ehefrau Tanja willkommen.

Die Probenzeit sei mit großen Herausforderungen verbunden gewesen, so der Vorsitzende, „denn immer wieder musste einer in Quarantäne geschickt werden“. Weiter sagte er: „Wir sind stolz darauf, dass wir mit Chiara Eckert eine begabte junge Pianistin in unseren Reihen haben, die uns in dem Stück ‚Westcost Concerto‘ aufzeigt, was man alles aus einem Klavier herausholen kann.“ Zur Person sagte er: „Chiara spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier und ist auch sonst musikalisch vielseitig engagiert.“ Er forderte das Publikum auf: „Lauschen Sie den besonderen Klängen und lassen Sie Ihre Ohren verwöhnen.“

Faszinierend war das Klavierspiel von Chiara Eckert, hier bei dem Titel „Westcoast Concerto“ von Kees Vlak.
Faszinierend war das Klavierspiel von Chiara Eckert, hier bei dem Titel „Westcoast Concerto“ von Kees Vlak. | Bild: Manfred Dinort

Zur Einleitung spielte das Orchester den „Prolog 1000“ von Dieter Herborg, ein kraftvolles Stück für zehn Blechbläser und Pauken. Dann kam das „Westcoast Concerto“, ein Stück, in dem der Komponist Kees Vlak seine Vorstellung von „Musik als Kommunikation“ durch ein ständiges Wechselspiel zwischen Solistin und Orchester ausgestaltete, mit rhythmischen Akzenten, einem rasanten Spiel und einer souveränen Dirigentin. Der nächste Titel, „10W-60“ von Naoya Wada basierte auf dem gleichnamigen Maschinenöl, das für Hochleistungsmotoren genutzt wird. So verband der Komponist Geschwindigkeit und Energie, bis es am Ende des Stückes zum Zusammenbruch kommt.

Zum Schluss trat das Orchester eine ausgedehnte Reise nach Südamerika an: In dem Stück „Second Suite for Band“ von Alfred Reed mit vier Sätzen griff der Komponist die Klangwelt Südamerikas auf, mit typischen Tänzen, Märschen und Rhythmen ein faszinierendes Finale. Der Applaus wollte kaum enden, Chiara Eckert musste (oder durfte) noch zweimal ans Klavier.