Zum Jahresende war im Waldshuter Ortsteil Oberalpfen immer einiges geboten. Da gab es den Seniorennachmittag, den Adventsmarkt und das Theater- und Konzertprogramm des Männergesangvereins, das sich über zwei Tage hinzog. Doch in diesem Jahr ist es still im Dorf, der Terminkalender bleibt leer, coronabedingt wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Der Seniorennachmittag wird seit Jahren vom Ortschaftsrat organisiert. Mal sorgte der Narrenverein und mal der Männergesangverein für ein unterhaltsames und geselliges Programm. Es gab Kaffee und Kuchen und ein deftiges Nachtessen, der Nachmittag erfreute sich großer Beliebtheit.

Das war im vergangenen Jahr: Gut informiert zeigte sich der Nikolaus, der den Männern des Oberalpfener Liederkranzes die Leviten las.
Das war im vergangenen Jahr: Gut informiert zeigte sich der Nikolaus, der den Männern des Oberalpfener Liederkranzes die Leviten las. | Bild: Manfred Dinort (Archiv)

Den Adventsmarkt gibt es seit zehn Jahren. Initiator war Günter Held, der in seinem Haus eine Kerzenwerkstatt betreibt und einmal im Jahr, im November, seine Räume für Besucher öffnete. Dazu gesellten sich Aussteller mit einem typischen Warensortiment, zuletzt waren es mehr als 20 Stände. Die örtlichen Vereine sorgten für die Bewirtung der Besucher. Mit der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt in Richtung Dorfstraße und Halle, wo sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen aufwärmen konnten.

Theater mit dem Liederkranz

Dann, Anfang Dezember, veranstaltete der Männergesangverein Liederkranz seinen traditionellen Konzert- und Theaterabend. Am Sonntagnachmittag fand eine zweite Vorstellung für Kinder und Senioren statt. Doch in diesem Jahr hat der Liederkranz besonders stark unter der Corona-Krise gelitten. Seit Anfang März finden keine Proben mehr statt, das Vereinsleben schrumpfte auf ein Mindestmaß. Im August lud der Vorsitzende Markus Eckert zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein, um sich über das weitere Vorgehen abzustimmen.

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Dabei wurde klar, dass ein weiterer Probebetrieb nur über ein aufwendiges Hygienekonzept zu realisieren war. Die meisten verneinten dieses Konzept, vor allem wegen der großen Abstände, die beim Singen einzuhalten wären und die erheblichen Einschränkungen im geselligen Bereich. „So macht das Singen keinen Spaß“, äußerte sich die Mehrheit. Ins Gewicht fiel auch das hohe Durchschnittsalter der Sänger, die in der Mehrzahl der Risikogruppe angehören. 21 Sänger stimmten gegen die Wiederaufnahme des Probebetriebs, nur acht stimmten dafür.

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Damit war auch klar, dass der traditionelle Theater- und Konzertabend in diesem Jahr nicht stattfinden konnte. Betroffen von dieser Entscheidung war auch die jugendliche Theatergruppe, die seit Jahren mit ihrem Elan und ihrer Spielfreude das Publikum begeisterte. Unter der Regie von Gisela Bächle und Gerda Wassmer trafen sich die jungen Spieler in der Halle, um zu proben und dabei auch ihren Spaß zu haben.

Auch Fasnacht betroffen

Auch im neuen Jahr ist nicht damit zu rechnen, dass im Dorf größere Veranstaltungen stattfinden können. Jedenfalls hat der Narrenverein bereits seine Bunten Abende, die in den vergangenen Jahren in der Remetschwieler Halle stattfanden, abgesagt. „Für diese Abende brauchen wir immer eine lange Vorlaufzeit, sich jetzt schon festzulegen, macht keinen Sinn“, so äußerte sich Narrenkapitän Philipp Müller bei der Hauptversammlung im Oktober. Sicher wäre es möglich, kleinere Veranstaltungen mit Kindern anzubieten, etwa die Umzüge am Schmutzigen Donnerstag und am Rosenmontag. Auch am Fasnachtsfeuer wolle man festhalten.

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