Ihr Schicksal wäre besiegelt gewesen, wäre da nicht ein großzügiger anonymer Spender, der die Kosten übernimmt. Nur dank dieses privaten Engagements wird die Orgel in der Waldshuter Kalvarienbergkapelle auf dem Aarberg renoviert. Die geschätzten Kosten betragen rund 80.000 Euro. Schon seit rund drei Jahren schweigt die Orgel. Bereits lange vor der Corona-Pandemie mussten in den gelegentlichen Gottesdiensten die Kantoren Oliver Schwarz Roosmann und Anne Roosmann auf Ersatzinstrumente zurückgreifen.

Die Defekte

„Die Orgel ist richtig am Ende, sie ist innen wie außen defekt“, sagt der Orgelbauer Jens Steinhoff aus Schwörstadt. Er hat die Orgel dieser Tage mit einem Mitarbeiter abgebaut. Holzmehl zeigte, dass neben technischen Mängeln auch der Wurm in den Holzteilen aktiv ist. Alles muss nach Aussage von Steinhoff neu gemacht werden, vom Spieltisch über die Elektrik bis zum Gehäuse. Die Pfeifen werden gründlich gereinigt und eventuelle Beulen beseitigt. Bis ins Frühjahr 2022 hinein dauert voraussichtlich die Renovierung in der Werkstatt von Jens Steinhoff.

Die Pfeifen

Die Pfarrgemeinde Waldshut arbeitet nicht zum ersten Mal mit ihm zusammen, in seinen Händen liegt auch die Wartung der Orgel in der Liebfrauen-Pfarrkirche. Über Alter und Herkunft der Orgel in der Kalvarienbergkapelle ist wenig bekannt. Wahrscheinlich stammt sie aus den 1960er Jahren. Sie hat 310 Pfeifen, die aus Zink und größtenteils aus einer für Pfeifen gängigen Zinn-Blei-Legierung bestehen. Sie ist damit eine kleine Orgel, die nach ihrer Generalüberholung aber groß raus kommen soll. Orgelbauer Steinhoff verspricht, dass sie nach ihrem Wiedereinbau so gut klingen wird wie nie zuvor, weil er durch gezielte Maßnahmen ihr Klangvolumen verbessern will.

In großen Holzkästen gehen die abgebauten Orgelpfeifen auf die Reise in die Werkstatt des Orgelbauers Jens Steinhoff in Schwörstadt.
In großen Holzkästen gehen die abgebauten Orgelpfeifen auf die Reise in die Werkstatt des Orgelbauers Jens Steinhoff in Schwörstadt. | Bild: Ursula Freudig

Die Renovierung wird neue Impulse für kirchliches und auch konzertantes Leben in die Kalvarienbergkapelle bringen, die auch schon vor der Corona-Pandemie nur begrenzt genutzt wurde. „Wir sammeln Ideen und haben schon viele, zum Beispiel Orgel-Führungen für Kinder“, erklärt Kantorin Anne Roosmann.