Die Kernkraft spaltet die Gesellschaft. Befürworter werben mit Klimaschutz und Versorgungssicherheit, Gegner kritisieren vor allem den hoch radioaktiven Abfall und die teilweise überalterten Anlagen, die zum Risiko werden können. In Deutschland gibt es derzeit noch sechs Kernkraftwerke, die nach einem Atomgesetz voraussichtlich bis 2022 abgeschaltet werden sollen. In der Schweiz sind es vier Reaktoren an drei Standorten. Die Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau stehen in unmittelbarer Nähe zum deutschen Hochrhein. Anders als in Deutschland gibt es für die KKW in der Schweiz keine Laufzeitbefristung, auch vor dem Hintergrund einer klimafreundlichen Politik. So lange die Kernkraftwerke dort sicher seien, sollen sie weiterlaufen dürfen. Einzige Beschränkung ist, dass keine neuen Anlagen gebaut werden dürfen.

Gegner der Atomenergie kritisieren nicht nur hochradioaktiven Müll, der bei der Produktion von Energie dabei entsteht, sondern auch das Alter der Anlagen. So ist Beznau beispielsweise 50 Jahre alt und soll nach dem Willen des Betreibers noch mindestens zehn weitere Jahre in Betrieb bleiben. Eine Laufzeit von 60 Jahren ist zudem auch für das Atomkraftwerk Leibstadt in der Diskussion, sodass das letzte Schweizer Atomkraftwerk erst 2044 vom Netz gehen würde.

Bernd Friebe, Atomenergiegegner, sagt:

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Das sagt Philippe Renault, Geschäftsführer von swissnuclear, dem Branchenverband Schweizer Kernkraftwerksbetreiber:

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Schon lange vor dem Bau des Kernkraftwerkes Leibstadt (1984) gab es Widerstand gegen den Bau der KKL, der bis heute anhält. Einer der Gegner der Atomenergie ist Bernd Friebe, der 1976 an den Hochrhein kam. Bernd Friebe schloss sich damals der Bürgerinitiative (BI) gegen Atomkraftwerke und Umweltgefährdung Hochrhein (BAU) an und ist heute aktiv als Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei der mit der Schweizer Endlagersuche befassten Regionalkonferenz Nördlich Lägern. Er ist außerdem Mitglied der regionalen Organisation Zukunft ohne Atom (ZoA).

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Ein Befürworter von Atomenergie ist Dr. Philippe Renault, Geschäftsführer von swissnuclear, dem Branchenverband der Schweizer Kernkraftwerksbetreiber. Er sagt, dass eine ganzjährige und zuverlässige Stromversorgung ohne Atomenergie derzeit nicht funktionieren würde. Aber lesen Sie selbst, was die beiden Spezialisten zu sagen haben.