Alle 25 Jahre hält die Junggesellenschaft 1468 einen Jubiläumsbott ab. Jetzt, anlässlich der 550. Waldshuter Chilbi, war es wieder soweit: Zu den Klängen des Junggesellenmarsches und dem rhythmischen Klatschen des Publikums zogen die Zunftbrüder in den dicht besetzten Saal des katholischen Gemeindehauses ein. Zunftmeister Werner Späth begrüßte die Gäste, unter ihnen Stadtpfarrer Ulrich Sickinger, Oberbürgermeister Philipp Frank, die Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) und Felix Schreiner (CDU), die "Ehemaligen", die Vertreter der Schützengesellschaft und der Vereinigung Alt Waldshut sowie die Gäste aus der Schweiz.

550 Jahre Junggesellen

"Wir sind stolz darauf, auf 550 Jahre der ehrenden Gesellschaft der Jungen Gesellen in der löblichen Stadt Waldshut zurückblicken zu können", sagte Werner Späth zur Begrüßung. Verbunden damit sei der Wunsch, die Tradition und das Brauchtum in der Stadt zu bewahren. "Ihr seid das Herzstück der Waldshuter Chilbi, Ihr leistet viel für das Erscheinungsbild unserer Stadt", sagte OB Philipp Frank, der sich freute beim Jubiläumsbott der Junggesellen dabei sein zu dürfen. Gesellenschryber Andreas Laubis verlas das Protokoll der zurückliegenden Jubiläumssitzung, die am 13. August 1993 in der Stadthalle stattfand.

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Ehrenzunftmeister Willy Riegger moderierte und hielt zu Beginn einen Vortrag über die Entwicklung des Handwerks und der Zünfte, die sich feste Regeln gaben und sich später auch der Fasnacht annahmen. Regelverstöße, wurden streng geahndet. So wurde bei den Junggesellen "der Umgang mit liederlichen Weibsbildern" mit dem Ausschluss bestraft. Daher wurde im Rahmen des Botts nach altem Ritual auch Gericht gehalten.

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Angeklagt waren an diesem Abend die Zunftbrüder Rustan Hasanov wegen notorischer Unpünktlichkeit und Mario Schleith, der mal zu tief ins Glas geschaut hatte, so dass er nicht mehr in der Lage war, seinen Arbeitseinsatz zu leisten. Beide beugten sich dem Richterspruch und versprachen Besserung.

<strong>Neuaufnahme:</strong> Zunftmeister Werner Späth (links) überreicht an Joris Wechlin die Aufnahmeurkunde.
Neuaufnahme: Zunftmeister Werner Späth (links) überreicht an Joris Wechlin die Aufnahmeurkunde. | Bild: Manfred Dinort

Danach wurde nach altem Zeremoniell Joris Wechlin neu in die Zunft aufgenommen. Werner Späth überreichte ihm Aufnahmeurkunde und Zunftkleider, während Lademeister Marc Jakobshagen die Statuten verlas, über 20 Paragraphen. Voraussetzung für die Aufnahme: "Ein Aspirant muss unverheiratet sein, in Waldshut wohnen und einen guten Leumund haben." Grußworte übermittelten Joachim Schneider, Zunftmeister der Ehemaligen, Oberschützenmeister Christoph Wassmer und Margret Teufel (Alt Waldshut).

<strong>Zusammenarbeit</strong>: Oberschützenmeister Christoph (Jessi) Wassmer (Schützen), Margret Teufel (Alt Waldshut) und Zunftmeister Werner Späth (Junggesellen, von links).
Zusammenarbeit: Oberschützenmeister Christoph (Jessi) Wassmer (Schützen), Margret Teufel (Alt Waldshut) und Zunftmeister Werner Späth (Junggesellen, von links). | Bild: Manfred Dinort