Ein Blick auf das Handgelenk von Peter Kaiser zeigt: Die Stunde der Waldshuter Chilbi hat wieder geschlagen. Stolz trägt der Sprecher des Arbeitskreises Chilbi in diesen Tagen eine ganz besondere Armbanduhr zur Schau – ihr Armband leuchtet in den Chilbi-Farben blau, weiß und rot. "Immer wenn ich so eine Uhr sehe, muss ich sie kaufen", erzählt Kaiser. Zwei Exemplare hat er schon entdeckt.

Peter Kaiser trägt sie nur zur Chilbi: Zur Bocktaufe zieht er sie an, nach dem Feuerwerk zum Chilbi-Abschluss wieder aus. Heute Nachmittag wird Peter Kaisers Uhr um 16.30 Uhr anzeigen, dass die Zeit für den Fassanstich gekommen ist, mit dem das Heimatfest offiziell eröffnet wird.

Offenbar stehen geblieben ist die Zeit bei der Chilbi, was die Gleichberechtigung betrifft. Während die Stadtverwaltung bei ihren Stellenausschreibungen inzwischen sogar männliche, weibliche und diverse Mitarbeiter sucht, wie man unlängst im Mitteilungsblatt lesen konnte, und damit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in die Praxis umsetzt, kennt man beim Gulaschessen am Chilbi-Montag nur ein Geschlecht: das männliche. Frauen sind nicht eingeladen. Ausgenommen sind weibliche Ehrengäste.

Die Junggesellenschaft, die den Austausch von leckeren Fleischstückchen und deftigen Sprüchen jedes Jahr ausrichtet, hält bislang an dieser Tradition fest. In Zeiten der Genderdiskussion wäre die Zeit jedoch reif, diese Tradition zu überdenken. Die Autorin dieser Glosse wäre bereit, beim Einläuten der neuen Zeit aktiv mitzuwirken. Im Verspeisen von Gulasch ist sie nämlich ausgesprochen gut. Einladung gerne an die folgende E-Mail-Adresse: juliane.schlichter@suedkurier.de

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