Das Heimatmuseum Hüsli macht derzeit auch Pause. Das allerdings ist nicht coronabedingt, das Hüsli schließt immer im November bis nach Weihnachten seine Pforten.

Die Sommersaison sei gut gelaufen, so Museumsleiterin Anita Müller-Berthold. „Wir konnten das Hygienekonzept im Hüsli gut umsetzen und die Besucher sind gern gekommen“, berichtet die Museumsleiterin. Das Hüsli genießt bis heute noch Kultstatus durch die Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“. „Da waren Gäste, die die Serie in einer Wiederholung gesehen hatten und dann beschlossen, in den Schwarzwald zu reisen“, erzählt Anita Müller-Berthold schmunzelnd.

Im Gästebuch haben sich natürlich auch Schauspieler der Schwarzwaldklinik verewigt.
Im Gästebuch haben sich natürlich auch Schauspieler der Schwarzwaldklinik verewigt. | Bild: Dorothée Kuhlmann

Bewunderung für Handwerkskunst

Derzeit ist das Hüsli geschlossen. Zeit für eine gründliche Reinigung. Anita Müller-Berthold schließt alle Vitrinen auf, kontrolliert die Exponate und putzt alles wieder auf Hochglanz. Manche Stücke liegen der Museumsleiterin besonders am Herzen.

„Die Gläser mit den Inschriften haben es mir angetan“, meint sie. Bei manchen Stücken hat sie dann regelrecht Detektivarbeit geleistet, um heraus zu bekommen, wofür ein Gegenstand benutzt wurde. Da sind die Glasfläschchen mit Kuh und Mengenskala. „Es handelt sich dabei wohl um Schoppen-Fläschchen“, erklärt Anita Müller-Berthold das Ergebnis ihrer Recherchen.

Selbst der Nachttopf wurde aufwendig verziert.
Selbst der Nachttopf wurde aufwendig verziert. | Bild: Dorothée Kuhlmann

Die handwerkliche Kunst, mit der auch einfache Alltagsgegenstände verschönert wurden, ruft immer wieder ihre Bewunderung hervor. Eine scheinbar einfache aber schön bemalte Holzkiste hatte auch das Interesse der Museumsleiterin geweckt. Bei genauerem Nachsehen und Nachforschen entpuppte sich die Kiste als Hängeschrank.

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„Eigentlich fällt mir bei den vielen Exponaten immer wieder ein Stück in die Hände, von dem ich gerne mehr über seine Geschichte wüsste“, erzählt Anita Müller-Berthold. Auch die Besucher des Hüsli fragen immer mal wieder nach der Bestimmung einzelner Ausstellungsstücke. „Da haben sich oft nette Gespräche ergeben oder auch Hinweise, wofür ein Gegenstand früher benutzt wurde“, berichtet Anita Müller-Berthold. In diesem Jahr seien bedingt durch die Hygienevorschriften solche Gespräche nur wenig möglich gewesen, bedauert die Museumsleiterin.

Jetzt ist wieder alles auf Hochglanz geputzt und auch die Töpfe in der Küche blinken im Licht. Natürlich hofft Museumsleiterin Anita Müller-Berthold, dass das Heimatmuseum Hüsli seine Pforten wieder, wie gewohnt, am 26. Dezember für das Publikum öffnen kann. Doch das steht derzeit noch – wie so vieles – in den Sternen.