Seine Gesellenprüfung besteht nahezu jeder Auszubildende. Die Prüfung als Kammersieger zu bestehen, kann in einem Jahrgang aber nur ein Absolvent. Marwin Stoll aus Grafenhausen hat das in diesem Jahr geschafft und seine Gesellenprüfung als Kammersieger im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz erfolgreich abgeschlossen. Der nächste Schritt ist, beim Bundeswettbewerb gegen die Ausgezeichneten der anderen Kammern anzutreten.

Marwin Stoll hat seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Schlosser in der Fachrichtung Konstruktionstechnik in der Schwarzwälder Kunstschmiede in Grafenhausen bei Schlosser- und Schmiedemeister Georg Baschnagel absolviert. Den Beruf des Schlossers in einer Kunstschmiede erlernen? „Ja, es war die richtige Entscheidung, genau in diesem Betrieb meine Ausbildung zu absolvieren“, sagte Marwin Stoll und fügte an, dass in seinem Ausbildungsbetrieb nicht nur die Schmiedekunst mit Feuer und Amboss gepflegt wird. „Ich konnte meinen Beruf von der Pike auf lernen, vom Entwurf bis zum fertigen Endprodukt“, erläuterte Stoll. Eine Vielseitigkeit, die von einem gelernten Konstruktionstechniker schließlich erwartet werde. Arbeitsfelder waren unter anderem die Herstellung von Fenstergittern, Geländern, Einfahrtstoren, Raumteilern, Beleuchtungskörpern für den Innen- und Außenbereich, Familienwappen, Wirtshausschilder sowie individuell gestaltete kindgerechte Spiel- und Freizeitanlagen.

Marwin Stoll hat seine Prüfung bei der Handwerkskammer Konstanz als Kammersieger bestanden. Als Gesellenstück fertigte er dafür ein Hilfsmittel an, das bei der Konstruktion von Winkelteilen gute Dienste leistet. „Bei vielen Konstruktionen ist es ein wichtiges Hilfsmittel“, sagte der frischgebackene Geselle mit besonderer Auszeichnung. Somit gehört er zu den besten Nachwuchshandwerkern zwischen Hochrhein, Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg. Im nächsten Schritt misst er sich mit den anderen Kammersiegern deutschlandweit.

„Für knifflige Aufgaben im täglichen Geschäft brauchen wir kreative Köpfe“, sagen Waltraud und Georg Baschnagel vom Ausbildungsbetrieb einstimmig. Mit allen Mitarbeitern wurde der Erfolg von Marwin Stoll im Rahmen einer kleinen Feierstunde gewürdigt.

Marwin Stoll strebt nun mit einer zweieinhalbjährigen Weiterbildung den Beruf des Hufschmieds an. Hufschmied war ehemals ein eigener Ausbildungsberuf. „Heute gibt es den eigenständigen Lehrberuf des Hufschmieds nicht mehr“, erläuterte Marwin Stoll im Gespräch mit dieser Tageszeitung. Eine Grundausbildung im Metallbau, Fachrichtung Metallgestaltung, sei eine gute Grundlage, um die Fortbildung, die in der staatlichen Hufbeschlagprüfung mündet, erfolgreich zu absolvieren, erklärt Stoll.