Der große Tag begann mit einer Segensfeier in der Kirche, die von den Entlassschülern zum größten Teil selbst vorbereitet worden war. Unterstützt wurden sie von ihren Religionslehrerinnen sowie Pfarrer Karl-Michael Klotz und Jugendpastor Andre Reich, die die Gedanken der Jugendlichen zum Thema „Labyrinth des Lebens“ aufgriffen und ergänzten.

Den musikalischen Beitrag übernahmen das Schulorchester der Realschule sowie eine eigens dafür zusammengestellte Musikgruppe des Lehrerkollegiums. Der offizielle Teil der Entlassfeier begann mit einem Vortrag des Schulorchesters unter Leitung von Stefanie Preisendanz. Schulleiter Manfred Schmider begrüßte die Anwesenden und gab seiner Freude Ausdruck, dass nach zwei Jahren kleinerer, nach Klassen getrennter Feiern nun wieder eine große Feier aller Absolventen möglich sei.

Der Schulleiter zeigte sich überzeugt, dass die Schüler, die nun die Realschule Stühlingen verlassen, gut vorbereitet sind, um weitere Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu gehen, selbst gesteckte Ziele zu erreichen und Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen. Er wünschte ihnen, ihren inneren Kompass, ihren Werte-Kompass, der ihnen hilft, gute und bewusste Entscheidungen zu treffen, nicht zu verlieren.

„Setzt Euch engagiert für die Werte ein, die Euch dieses unser Leben in Freiheit ermöglichen. Ich wünsche Euch, dass Ihr auf Euren Wegen offen seid für Neues, gute Kompromisse findet und immer konstruktiv und ideenreich bleibt.“

Emily Siehler und Chiara Eichkorn überbrachten in ihrer Rolle als Schülersprecherinnen den Dank der Abschlussschüler an Eltern und Lehrer für deren Unterstützung und Geduld. Sie erinnerten an die Belastungen während des Online-Unterrichtes sowie den Wegfall vieler außerunterrichtlichen Aktivitäten wie des Tanzkurses mit Abschlussball. Dass sie trotz Corona-Einschränkungen viel miteinander erlebt haben, hatten sie bereits bei einer Power-Point-Präsentation in der Kirche sichtbar gemacht. Nun trennen sich ihre Wege, aber „wir haben viele gemeinsame Erlebnisse im Reisegepäck – was für ne geile Zeit!“ Sie schlossen mit dem Versprechen: „Wir werden uns wiedersehen!“

Die Schulband der Realschule unter Leitung von Tobias Gihr sorgte mit ihrem musikalischen Beitrag für viel Applaus, sie überzeugte mit zwei Auftritten, obwohl sie aufgrund der Pandemie weniger Proben absolvieren konnte.

Schulzeit, die viel abverlangte

Bürgermeister Joachim Burger, selbst ein Ehemaliger der Realschule Stühlingen, gratulierte zum erfolgreichen Abschluss nach 2.200 Tagen Schulzeit. Er erinnerte an ein Schuljahr, das in vielerlei Hinsicht besonders war und Schülern wie Lehrern viel abverlangt hat: „Manchmal bis an die Grenze des Erträglichen und vielleicht auch darüber hinaus.“

Er zollte Schülern, Kollegium und Eltern höchsten Respekt für deren Leistungen. Den Absolventen riet er, nach vorne zu gehen, Verantwortung zu zeigen. Und er gab ihnen mit auf den Weg: „Zeigen Sie Ihre Leidenschaft, Ihr Gesicht, Ihren Wert – und Ihr Wert ist viel mehr, als selbst die besten Noten aussagen, die heute auf Ihrem Abschlusszeugnis stehen.“

Elternbeiratsvorsitzende Anja Thiel verabschiedete die Absolventen der drei Klassen in gewohnt launiger Gedichtform: „Der Weg wird nicht immer einfach sein, manchmal wird da auch liegen ein Stein. Als Elternbeiratsvorsitzende wünsche ich Euch, dass Ihr an Euch glaubt – und den Worten der Eltern auch manchmal vertraut.“

Der Höhepunkt des Abends war dann schließlich die Aushändigung der Abschlusszeugnisse sowie die Preisverleihung, für die in diesem Jahr sehr viele Schüler auf die Bühne gerufen wurden. Den Elternvertreterinnen aller drei Klassen sprach Manfred Schmider seinen Dank aus und überreichte ihnen Blumen zum Abschied.