Wie Bürgermeister Christian Mauch und Rechnungsamtsleiter Arnold Hettich in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gaben, war die Nahwärmeversorgung im vergangenen Jahr trotz gestiegener Anschlussnehmer und einer höheren verkauften Wärmemenge nicht ganz kostendeckend.

Den Einnahmen von 160.218 Euro standen Ausgaben in Höhe von 200.894 Euro entgegen. Somit blieb ein Defizit von 40.676 Euro übrig. Das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 80 Prozent. Verantwortlich für diese Bilanz sind nach den Worten des Bürgermeisters Investitionen in die Erweiterung des Netzes. Diese waren nämlich umfangreicher ausgefallen als geplant.

Erzeugt wird die Wärme in der Heizzentrale beim Hallenbad. Als Energiequelle dienen Hackschnitzel. Diese werden derzeit von der MURA GmbH, Weilheim (Maschinenring Waldshut) geliefert, der Liefervertrag läuft allerdings zum 31. August dieses Jahres aus. Die Auftragsvergabe zur Lieferung der Holzhackschnitzel ab September 2020 stand nun im Gemeinderat an.

Nach den Informationen des Bürgermeisters gibt es derzeit infolge der Borkenkäferkalamität und des Sturmes Sabine ein Überangebot an Energieholz. Gleichzeitig sei der Rundholzbedarf der Industrie wegen der Folgen der Corona-Pandemie rückläufig. Die Verwaltung habe sich vor diesem Hintergrund dazu entschlossen, die Belieferung anstatt für zwei Jahre nur für ein Jahr neu auszuschreiben.

Fünf regionale Unternehmen wurden angeschrieben, drei Angebote sind bei der Gemeinde eingegangen. Dabei hatten zwei Bieter ein bis auf den letzten Cent gleichlautendes Angebot abgegeben – nämlich 65.140,60 Euro. Einer dieser Bieter war die Firma MURA, die die Kommune seit 2012 zuverlässig mit Hackschnitzeln versorgt.

Das Hackschnitzellager der MURA befindet sich zudem in Lembach und das Unternehmen habe, so Mauch, auch zugesagt, das im Gemeindewald Wutach anfallende Käferholz, das zum Kauf angeboten wird, auch tatsächlich abzunehmen. Insofern empfahl die Verwaltung dem Gemeinderat, den Auftrag auch weiterhin an die MURA GmbH zu vergeben. Das Angebot selbst wertete Christian Mauch als sehr günstig. Auf Basis der bisherigen Preise würde sich der Jahresbetrag nämlich auf rund 82.100 Euro summieren.

Käferholz als Alternative?

Könnte die Kommune beim derzeitigen Käferholzanfall im Gemeindewald die Hackschnitzel nicht selber produzieren? Davon riet der Bürgermeister ab. Man habe diese Möglichkeit geprüft, es habe sich aber herausgestellt, dass man mit dem eigenen Holz nicht günstiger fahre.

Das Holz selbst spiele derzeit bei den Gesamtkosten eine geringe Rolle, kostenintensiver seien die Lagerung und der Transport. Außerdem müssen die Hackschnitzel für einen störungslosen Betrieb der Heizzentrale eine gewisse Qualität haben, der Wassergehalt darf höchstens bei 35 Prozent liegen. Im Gegensatz zur Eigenproduktion könne das Unternehmen eine solche Qualität garantieren.

Wie Christian Mauch noch anfügte, spiele die Holzart der gelieferten Hackschnitzel keine Rolle. „Ob Hart- oder Weichholz ist egal“, sagte der Bürgermeister. Dies deshalb, weil der Lieferant nicht nach der Holzmenge vergütet wird, sonder nach der erzeugten Wärme.

Der Gemeinderat folgte der Empfehlung der Verwaltung, die Zusammenarbeit mit der MURA GmbH fortzusetzen und erteilte der Firma einstimmig den Zuschlag für die Hackschnitzellieferung für zwölf Monate.

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