Zur Vernissage der Ausstellung „Wunderkammer„ Schwarzwald hatte der Schwarzwaldverein Stühlingen die Tore der Schür am Stadtgraben geöffnet.

Blumen und Dankesworte gab es für die Helfer hinter den Kulissen zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen. Von links: Marianne Würth, Antonia Albrecht, Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz, Gerhard Schwarz.
Blumen und Dankesworte gab es für die Helfer hinter den Kulissen zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen. Von links: Marianne Würth, Antonia Albrecht, Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz, Gerhard Schwarz. | Bild: Yvonne Würth

Lob und Anerkennung, auch für die durchgehend weibliche Leitung seit den 80er Jahren, gab Präsident Meinrad Joos vom Dachverband den drei Vorsitzenden Jutta Binner-Schwarz, Antonia Kramer-Diem und Veronika Keller.

Er erläuterte das neue Leitbild, das neben Wandern auch Landschaft- und Naturschutz sowie das Bewahren und Pflegen des Kulturguts der Region enthält und dabei seine Standpunkte aus der Mitte der Gesellschaft bezieht. Abschließend zeigte er sich begeistert, wie der Schwarzwaldverein Stühlingen die Anforderungen der aktuellen Situation der Corona-Pandemie gemeistert hat.

Meinrad Joos, Präsident des Dachverbands Schwarzwaldverein, zollte den drei Vorsitzenden Lob und Anerkennung bei der Vernissage zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald in Stühlingen.
Meinrad Joos, Präsident des Dachverbands Schwarzwaldverein, zollte den drei Vorsitzenden Lob und Anerkennung bei der Vernissage zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald in Stühlingen. | Bild: Yvonne Würth

Brauchtum zum Bestaunen

Umrahmt von Drehorgelmusik des Naturschutzwartes und Musiker Martin Junginger aus Eggingen stellte die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz die Konzeption der Ausstellung auf vier Stockwerken vor, beginnend mit den roten „Bollen“, welche vom Grafiker Helmut Heimburger für den Flyer unverkennbar ähnlich dem Corona-Virus separat angeordnet wurden und zum typischen Wahrzeichen des Schwarzwalds gehören.

Der Blick auf den roten Bollen als Teil des typischen Wahrzeichens des Schwarzwaldes gab die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz bei der Vernissage zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen. Im Werbeflyer wurde er einzeln platziert vom Grafiker Helmut Heimburger und stellt damit gleichzeitig die Verbindung zur aktuellen Corona-Pandemie als auch den kritisch-ironischen Blick auf den Schwarzwald dar. Denn die Ausstellung zeigt neben den gängigen Klischees sowohl das entsagungsvolle Leben der Schwarzwälder als auch den Reichtum gleichermaßen.
Der Blick auf den roten Bollen als Teil des typischen Wahrzeichens des Schwarzwaldes gab die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz bei der Vernissage zur Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen. Im Werbeflyer wurde er einzeln platziert vom Grafiker Helmut Heimburger und stellt damit gleichzeitig die Verbindung zur aktuellen Corona-Pandemie als auch den kritisch-ironischen Blick auf den Schwarzwald dar. Denn die Ausstellung zeigt neben den gängigen Klischees sowohl das entsagungsvolle Leben der Schwarzwälder als auch den Reichtum gleichermaßen. | Bild: Yvonne Würth

Vom roten und schwarzen Bollenhut über die hier eher heimische Bändelkappe bis hin zur prächtigen Brautkrone oder Schäppel und Goldhaube mit und ohne Goller (Kragenteil) oder Mäscheli (Halsbinde) sind eine Vielzahl an getragenen und sorgsam gehüteten Trachten ausgestellt.

Die nach historischer Mode um 1850 entworfene Stühlinger Bürgertracht, welche auf Initiative von Altbürgermeister Ernst Rees und Verkehrsamtsleiter Walter Berg 1973 für die damals neugegründete Trachtengruppe genäht wurde, gehört ebenso mit zur Ausstellung wie das wunderbar klischeehafte Kostüm „Schwarzwaldmarie“ der Heavy Blechis. Die Sammlung wurde bestückt durch Leihgaben von Museen, der Stadt Stühlingen sowie aus privater Hand und soll vor allem zum Staunen und Schmunzeln einladen: „Ideenreich und ironisch, alle sind gleich wertvoll, alle haben ihren Platz.“

Hinter Glas verschlossen wurden die Schätze der Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald wie etwa die prächtige Brautkrone, die ebenso wie die übrigen Trachten privat getragen und sorgsam aufbewahrt wurden.
Hinter Glas verschlossen wurden die Schätze der Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald wie etwa die prächtige Brautkrone, die ebenso wie die übrigen Trachten privat getragen und sorgsam aufbewahrt wurden. | Bild: Yvonne Würth

Die Ausstellung bietet als Schwerpunkte Bilder des Stühlinger Kunstmalers und Lithograf Johann Martin Morat sowie Bilder aus der Sammlung von Wolfgang Rink mit Werken von Ferdinand Dörr, Hans Thoma und andere: „Vom Feldsee über den Feldberg und den Belchen wandern, ohne einen Schweißtropfen zu vergießen ist hier möglich“, erläuterte die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz.

Bevor es die Fotografie gab, hatten Kunstmaler wie der Stühlinger Johann Martin Morat Ortsansichten sowie wichtige Ereignisse detailgetreu festgehalten. Für die Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen hatte die Stadt Stühlingen seine Bilder zur Verfügung gestellt.
Bevor es die Fotografie gab, hatten Kunstmaler wie der Stühlinger Johann Martin Morat Ortsansichten sowie wichtige Ereignisse detailgetreu festgehalten. Für die Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald des Schwarzwaldvereins Stühlingen hatte die Stadt Stühlingen seine Bilder zur Verfügung gestellt. | Bild: Yvonne Würth

In der „Wunderkammer Schwarzwald„, die in der Mitte des ersten Obergeschosses aufgebaut wurde, finden Kuriositäten, Alltagsgegenstände und Kitsch ebenso ihren Platz wie das unvermeidliche Krokodil, welches einfach zu einer Wunderkammer dazugehört.

Die Vielfalt der Schilderuhren, die Uhrenfabrik LFS, Lorenz Furtwängler und Söhne aus Furtwangen bis zur Weltwirtschaftskrise 1929, der Tourismus mit intensivem Blick auf Haslach und Lenzkirch sowie gesammelte Zeitungsartikel ab März von Gerhard Schwarz zu diversen Themen runden die Ausstellung ab.

Bändelkappen in rauen Mengen wurden aus privater Hand für die Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald dem Schwarzwaldverein Stühlingen zur Verfügung gestellt. Denn der Bollenhut, bekannt als das typische Symbol für den Schwarzwald, ist nur in den drei benachbarten Schwarzwalddörfern Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach im Ortenaukreis gebräuchlich.
Bändelkappen in rauen Mengen wurden aus privater Hand für die Ausstellung Wunderkammer Schwarzwald dem Schwarzwaldverein Stühlingen zur Verfügung gestellt. Denn der Bollenhut, bekannt als das typische Symbol für den Schwarzwald, ist nur in den drei benachbarten Schwarzwalddörfern Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach im Ortenaukreis gebräuchlich. | Bild: Yvonne Würth

Nicht zuletzt als praktischer Helfer kam der Schallplattenspieler Perpetuum-Ebner aus St. Georgen im Schwarzwald von 1969 zum Einsatz, während die geladenen Gäste mit Schmalz- und Quarkbrot sowie Nusszopf und edlen Getränken vom Team des Schwarzwaldvereins Stühlingen bestens versorgt wurden.

Öffnungszeiten und Programm

  • Öffnungszeiten: Die Ausstellung des Schwarzwaldvereins Stühlingen mit den drei Bereichen Wunderkammer Schwarzwald, Schwarzwaldbilder aus der Sammlung von Wolfgang Rink und Bilder des Stühlingers Johann Martin Morat in der Schür im Stadtgraben in der Eberfingerstraße 3 in Stühlingen ist vom 1. bis 18. Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet: Samstags 15 bis 17 Uhr, am 3.Oktober bereits ab 12 Uhr; sonntags elf bis 17.30 Uhr; dienstags 19 Uhr (nur mit Führung), donnerstags 19 bis 21 Uhr. Weitere Termine für Führungen nach Absprache. Der Schürgarten wird geöffnet. In den Innenräumen besteht Masken-Pflicht, die Ausstellung findet unter Einhaltung der aktuellen Regeln während der Corona-Pandemie statt.
  • Programm: Neben den Öffnungszeiten der Ausstellung gibt es in der Schür am Stadtgraben Stühlingen ein Rahmenprogramm mit verbindlicher Anmeldung. Andreas Mahler erläutert Details zur Stadt- und Kulturlandentwicklung Stühlingens auf den Ansichten des Johann Martin Morat sowohl am 7. Oktober als auch am 14. Oktober jeweils um 19 Uhr. Kinder ab sieben Jahre erhalten eine Ausstellungsführung am 9. Oktober um 15 Uhr und die zweite Ausstellungswanderung mit Gregor Scheuble zum Thema „Wald im Wandel“ findet am 18. Oktober um 10 Uhr statt, Treffpunkt ist die Schür. Die Anmeldung ist möglich per Telefon 07744/56 29.

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