Das Kloster Marienburg Ofteringen gehört zu den ältesten Gebäuden in der Gemeinde Wutöschingen und hat als Alleinstellungsmerkmal die ewige Anbetung seit der Gründung im Jahr 1862. Die Klosterschüer Ofteringen ist seit bereits 30 Jahren Veranstaltungsort des Kulturrings Wutöschingen mit hochkarätigen Konzerten, Kabarett und Comedy sowie Kunstausstellungen und Aufführungen für Kinder.

Geschichte des Benediktinerklosters

Das Kloster Marienburg in Ofteringen ist der ehemalige Stammsitz der Edlen von Ofteringen. Nach dem Aussterben der Familie kam das Schloss von Ofteringen an das Kloster Rheinau. Nach der Auflösung des Klosters Rheinau am 3. März 1862 im Zuge der Säkularisation wurden alle Felder, Wiesen und Wälder, die einst dem Kloster Rheinau gehörten und bereits 1861 an die Herren Johann Hallauer und Joseph Ofteringer verkauft worden waren, versteigert.

Das Kloster Marienburg Ofteringen mit drei Schwestern Passionistinnen. Aktuell leben dort vier Passionistinnen und eine Benediktinerin sowie Pfarrer i.R. Karl Boll.
Das Kloster Marienburg Ofteringen mit drei Schwestern Passionistinnen. Aktuell leben dort vier Passionistinnen und eine Benediktinerin sowie Pfarrer i.R. Karl Boll. | Bild: Yvonne Würth

1862 wurde es von vier Schwestern, darunter Sabina Schneider (Josepha Meinrada Schneider), gepachtet und als Kloster im Auftrag des Freiburger Erzbischofs Hermann von Vicari gegründet. Dadurch gehörte das Kloster zur Schweizerischen Benediktinerinnenföderation.

Ein Bild der Gründerin des Klosters der Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung in Ofteringen, Mutter Josepha Meinrada Schneider aus Sinzheim (1.11.1831 bis 11.12.1891) aus dem Gründungsjahr 1862, das Bild wurde gemalt von W. Kohlwes.
Ein Bild der Gründerin des Klosters der Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung in Ofteringen, Mutter Josepha Meinrada Schneider aus Sinzheim (1.11.1831 bis 11.12.1891) aus dem Gründungsjahr 1862, das Bild wurde gemalt von W. Kohlwes. | Bild: Yvonne Würth

Die Zeit war für die Gründung eines Klosters denkbar ungünstig, denn im Rahmen der industriellen Revolution verloren die geistlichen Werte immer mehr an Bedeutung. Das Kloster kaufte schließlich das Schloss samt Kapelle für 7500 Gulden und für 7300 Gulden die Wiesen und Äcker. 1870 wurde die „Große Schüer“ (heute Klosterschüer) für 1500 Gulden gekauft.

Alois Krafzig aus Haslach im Kinzigtal gehört zu den mehr als 380 Mitgliedern des Freundeskreises Kloster Marienburg, über die Hälfte stammt nicht aus der Region. Alois Krafzig verbringt regelmäßig eine Woche seines Urlaubs im Kloster Marienburg Ofteringen. Er übernimmt den Pförtnerdienst und begrüßt sehr freundlich die Besucher. Er wünscht sich mehr öffentliche Präsentation wie Hinweisschilder: Denn sowohl Klosterkirche mit der ewigen Anbetung als auch die Dreifaltigkeitssäule wie auch der künstlerische Kreuzweg sind einmalig in dieser Kombination.
Alois Krafzig aus Haslach im Kinzigtal gehört zu den mehr als 380 Mitgliedern des Freundeskreises Kloster Marienburg, über die Hälfte stammt nicht aus der Region. Alois Krafzig verbringt regelmäßig eine Woche seines Urlaubs im Kloster Marienburg Ofteringen. Er übernimmt den Pförtnerdienst und begrüßt sehr freundlich die Besucher. Er wünscht sich mehr öffentliche Präsentation wie Hinweisschilder: Denn sowohl Klosterkirche mit der ewigen Anbetung als auch die Dreifaltigkeitssäule wie auch der künstlerische Kreuzweg sind einmalig in dieser Kombination. | Bild: Yvonne Würth

Im Jahr 1933 war die OPHAS Vertriebsgesellschaft gegründet worden. An Heilmitteln wurden unter anderem Haimakainizon und die Salbe Myrisma nach Josef Häusle hergestellt. Auch heute noch beliebt sind die Pflegesalbe Panavulsin, Kräuterlikör Edeltropfen, Spitzwegerich Honig sowie der Kräuter Met. 1953 wurden die neuen Glocken geweiht, in den Jahren 1989 bis 1991 die Gebäude renoviert.

Das Kloster Marienburg Ofteringen mit drei Schwestern Passionistinnen. Aktuell leben dort vier Passionistinnen und eine Benediktinerin sowie Pfarrer i.R. Karl Boll.
Das Kloster Marienburg Ofteringen mit drei Schwestern Passionistinnen. Aktuell leben dort vier Passionistinnen und eine Benediktinerin sowie Pfarrer i.R. Karl Boll. | Bild: Yvonne Würth

Neben Garten- und Landwirtschaft betrieben die Schwestern auch eine Imkerei und Weinbau. Bekannt sind die Parament-Stickarbeiten der Schwestern. Heute ist die Ökonomie verpachtet, den beliebten Ofteringer Klosterwein gibt es nur als Geschenk der Gemeindeverwaltung, da der Weinberg der Gemeinde gehört. Bürgermeister Georg Eble überreicht beispielweise beim jährlichen Seniorenmittag am ersten Advent den ältesten Besuchern den beliebten Klosterwein.

Vor genau zehn Jahren, am 26. August 2009, kamen vier Schwestern Passionistinnen aus dem polnischen Warschau ins Kloster, um den Fortbestand langfristig zu sichern, da die Zahl der Nonnen immer geringer wird.

Älteste Datierung aus dem Jahr 1240

Das „Alte Schloss“ Ofteringen bildet das Kerngebäude des Klosters, älteste Datierungen gibt es aus dem Jahr 1240. Von den Rittern von Ofteringen kam das „Alte Schloss“ auf dem Erbweg mit allen Rechten und Besitzungen an das Kloster Rheinau. Die Schlosskapelle, die der Junker Karl von Ofteringen einst errichten ließ, war in der Zeit des Übergangs an das Kloster Rheinau baufällig geworden, Abt Benedikt Ledergerber (Abt von 1735 bis 1744) ließ diese niederlegen und ließ statt ihrer vom Architekten Johann Michael Beer von Bildstein die heutige Kapelle im frühen Barock Stil errichten. Die Stuckaturen erschuf der Überlinger Hans Georg Leiner, die Malereien der aus Wangen gebürtige, und der Memminger Malerfamilie Sichelbein zugehörige, Maler und Vergolder Judas Thaddäus Sichelbein.

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Die „Große Schüer“ wurde im Jahr 1713 durch Abt Gerold II. Zurlauben (Abt von 1697 bis 1735 des Klosters Rheinau) als Zehntscheuer erbaut. Um 1870 wurde sie vom jetzigen Kloster gekauft. Nachdem der landwirtschaftliche Bereich des Klosters an Bedeutung verloren hatte, verkaufte das Kloster die Schüer für 27 000 Mark an die damals noch selbstständige Gemeinde Ofteringen. Danach verfiel das Gebäude, bis es 1987/88 von der Gemeinde Wutöschingen renoviert wurde und mit der Gründung des Kulturrings im Jahr 1989 neues Leben einzog. Seither gehört die Klosterschüer Ofteringen zur Kulturszene am Hochrhein.