Die Stadt erarbeitet zusammen mit den Einwohnern ein Konzept für Integration und Teilhabe. Mit einem Workshop zur Lebensqualität im Alter nahm die Reihe aus fünf Themenforen ihren Auftakt.

Marlise Bassfeld: "Rheinfelden ist eine tipptopp Stadt."

„Ich kann sagen, Rheinfelden ist eine tipptopp Stadt“, erklärte Marlise Bassfeld und führte aus, dass sie schon in vielen Städten in Brasilien, Spanien und Frankreich gelebt und nirgendwo so eine Vielfalt an Beratungsangeboten für Migranten wie in Rheinfelden erlebt hatte. „Jetzt bin ich in der Lage, der Stadt etwas zurückzuschenken.“ Bassfeld bietet an, ehrenamtlich ein Projekt mit Senioren zu übernehmen.

Eine Idee hat sie auch schon: Sie möchte den Senioren einen Rahmen bieten, aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. „Die sollen immer zuhören: Vorträge, Konzert und Literatur. Dabei haben sie selbst so viel zu erzählen“, meinte Bassfeld. Bei den Organisatoren des Themenforums Lebensqualität im Alter rennt sie damit offene Türen ein. Ein Ziel der Veranstaltung ist auch die Gewinnung von neuen Ehrenamtlichen.

Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen

Das Themenforum Lebensqualität im Alter ist Auftakt der fünf Foren, die an die Integrationskonferenz vom vergangenen Juli anschließen. Die Stadtverwaltung arbeitet dabei in Zusammenarbeit mit den lokalen Einrichtungen und Organisationen sowie den Einwohnern an den Ergebnissen der Integrationskonferenz weiter, mit dem Ziel, ein auf zehn Jahre angelegtes Konzept für Integration und Teilhabe zu erstellen. Neben der „Lebensqualität im Alter“ sind „Ausbildung und Arbeit“, „Bildung“, „Sprache“ sowie „Werte, Kultur und Teilhabe“ die Themenfelder der weiteren Workshops. Im Fokus stehen nicht nur Flüchtlinge und Migranten, sondern die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen, erklärte Bürgermeisterin Diana Stöcker zu Beginn des dreistündigen Workshops im alten Rathaus.

Koordinatorin Monika Studinger (links) und Fachberaterin Bianca Schnober referieren.
Koordinatorin Monika Studinger (links) und Fachberaterin Bianca Schnober referieren. | Bild: Horatio Gollin

Handlungsempfehlungen für die Stadtverwaltung

Cornelia Rösner stellte die vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie das bereits etablierte Netzwerk der Stadtverwaltung und der unterschiedlichen Einrichtungen und Organisationen vor. Bianca Schnober von der den Prozess begleitenden Beraterfirma Imap aus Düsseldorf erklärte: „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Sie haben viele Dinge schon auf den Weg gebracht. Wir wollen Gutes besser machen.“

Beim folgenden Workshop sollten die Teilnehmer die aus der Integrationskonferenz abgeleiteten Ziele und Maßnahmen diskutieren, um daraus direkte Handlungsempfehlungen für die Stadtverwaltung und ihre Partner abzuleiten. Neben städtischen Vertretern brachten die Vertreter des Stadtseniorenrats, des Sankt Josefshauses und der Caritas sowie Bassfeld und zwei ältere Bewohner des Sankt Josefshauses als interessierte Einwohner ihre Ideen und ihr Fachwissen ein.

Arbeitsgruppen behandeln zwölf Handlungsfelder

Mit Unterstützung der Projektkoordinatorin Monika Studinger aus Albbruck leitete Schnober den zweigeteilten Workshop, bei dem die Teilnehmer in zwei Arbeitsgruppen zwölf Handlungsfelder wie Pflege, Mobilität, Quartiersarbeit und Barrierefreiheit behandelten unter den Fragestellungen, für welche Zielgruppen das Handlungsfeld besonders wichtig ist, für welche Zielgruppen sich etwas ändern müsste und welche Zielgruppen dabei nicht berücksichtigt werden. Die Gruppen sammelten ihre Ideen auf farbigen Karten.

Vorstellung des Konzepts in den städtischen Gremien

Die Gruppenergebnisse stellten Rösner und Eckhard Mikuszies, Vorsitzender des Stadtseniorenrates, vor. Die Teilnehmer definierten anschließend im Plenum zu den Handlungsfeldern kurzfristige Ziele bis zu einem Jahr, mittelfristige bis zu drei Jahren und langfristige Ziele bis zu zehn Jahren. Zahlreiche Ideen wie die Einführung der Rettungsdose, Einkaufsradler für Senioren oder der Ausbau der Quartiersarbeit wurden gesammelt und priorisiert. Die Empfehlungen aus dem Workshop fließen dann zusammen mit den Ergebnissen aus den anderen Themenforen in das Konzept für Integration und Teilhabe ein, das nächstes Jahr in den städtischen Gremien vorgestellt werden soll.

Termine: Am 23. Oktober findet das Themenforum Ausbildung und Arbeit, 17 Uhr, in der Evonik, das Themenforum Bildung am 24. Oktober, 17 Uhr, in der Stadtbibliothek und das Themenforum Werte, Kultur und Teilhabe am 20. November, 17 Uhr, im St. Josefshaus statt.