Frau Stöcker, in Themenfeldern wie „Lebensqualität im Alter“ oder „Ausbildung und Arbeit“ ist die Stadt schon lange aktiv. Wie kommt es zu dem neuen Feld „Sprache“?

Sprache ist für alle Menschen eine ganz wichtige Voraussetzung zur Teilhabe in der Gesellschaft, im täglichen Leben, in der Ausbildung und im Beruf. Fachsprachen etwa in Behörden oder bei der Arbeit können sehr komplex sein. In dem Themenforum geht es daher um Spracherwerb, aber auch zum Beispiel um einfache Sprache.

Was erhoffen Sie, mit den Themenforen zu erreichen?

Wir möchten gemeinsam mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt, ebenso Akteuren und Institutionen in Rheinfelden, die gesellschaftliches Leben mitgestalten, ein Konzept erstellen, um jedem gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Es soll ein Konzept für die nächsten zehn Jahre entstehen, in dem nicht nur strategische Ziele festgeschrieben, sondern auch Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für uns als Stadtgesellschaft festgelegt werden.

Wer macht bei diesem Themenforum Sprache mit?

Bei der Integrationskonferenz im Juli haben rund 70 Personen teilgenommen, die haben wir alle wieder eingeladen und viele haben sich angemeldet. Wir haben insgesamt versucht, für die Themenforen Menschen zu gewinnen, die viel über die Lebenswirklichkeit anderer Bescheid wissen und auch zu den verschiedenen Themen spezielle Zielgruppen angesprochen. Beim Themenforum Sprache wurden verschiedenen Akteure der VHS wie die Dozenten, die sich um Sprachvermittlung kümmern, der Freundeskreis Asyl und das Sankt Josefshaus eingeladen. Die drei Einrichtungen sind auch bei dem Forum vertreten. Ein Ziel ist es auch, dass sich in den Themenforen Menschen finden, die mit uns, aber auch selbst etwas voran treiben wollen. Wir hoffen auch Menschen zu erreichen, die bisher nicht schon in Verteilern von Institutionen stehen, sich aber angesprochen fühlen, weil ihnen ein Thema wichtig ist.

Und wie packen Sie das Feld Sprache desnn an?

Die Themenforen bauen auf den bei der Integrationskonferenz gefundenen strategischen Zielen und Handlungsempfehlung auf. Als übergeordnetes Ziel steht fest, dass wir die Verständigung zwischen den Menschen in Rheinfelden fördern wollen. Als Handlungsziel haben wir bisher formuliert, dass wir als Stadtgesellschaft ein Angebot unterbreiten wollen, um den Spracherwerb und seine regelmäßige Anwendung zu ermöglichen und zu fördern. Hier gilt es die langjährige Erfahrung in Beratung und Vernetzung zu nutzen, um ein bedarfsgerechtes Angebot aufzubauen.

Wie werden die Ergebnisse gebündelt und umgesetzt?

In jedem Forum werden die bisherigen Ergebnisse diskutiert, ergänzt und priorisiert, auch was kurz-, mittel- und langfristig umzusetzen ist. In der Steuerungsgruppe wird anschließend gebündelt und sortiert. Die Inhalte werden im Sozialausschuss und im Gemeinderat nächstes Jahr vorgestellt und bei einem positiven Beschluss werden die Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht.

Fragen: Horatio Gollin

Termine: Das Themenforum Sprache findet heute um 16 Uhr in der Volkshochschule Rheinfelden statt. Es folgen noch die Themenforen Ausbildung und Arbeit (23. Oktober, 17 Uhr, bei Evonik), Bildung (24. Oktober, 17 Uhr, in der Stadtbibliothek) und Werte, Kultur und Teilhabe (20. November, 17 Uhr, im Sankt Josefshaus in Herten). Teilnehmer können sich auch telefonisch unter t07755/939774 anmelden.