Ein interkulturelles Fest, Demokratiekurse und eine offene Diskussionsrunde sollen die Wertevermittlung in der Stadt verbessern. Beim fünften Themenforum zur Erstellung eines Konzepts für Integration und Teilhabe haben Vertreter sozialer Einrichtungen und der Stadt über die Themen Werte, Kultur und Teilhabe diskutiert und Ideen erarbeitet.

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit regt Diskussion an

„Das Thema braucht mehr Aufmerksamkeit. Manchmal fehlt auch einfach die öffentliche Diskussion“, meinte Birgitt Kiefer, Leiterin des Familienzentrums. Es ging um das Thema Geschlechtergerechtigkeit. Am Tisch flammte eine kleine Diskussion auf, aber letztlich gab es Zustimmung, und Moderatorin Rimma Kadyrbayeva von der Fachfirma Imap notierte „Wertevermittlung zu Geschlechtergerechtigkeit in der Schule“ auf einem Kärtchen und pinnte es an die Stellwand.

Eine breite Vielfalt an Meinungen und Sichtweisen

Auch in der zweiten Kleingruppe wurde das Rollenverständnis von Mann und Frau diskutiert, die Gruppe kam ebenfalls zum Ergebnis, dass die westlichen Wertvorstellungen schon in der Schule vermittelt werden sollten. Zum Themenforum Werte, Kultur und Teilhabe im Hertener Sankt Josefshaus waren wieder 15 Teilnehmer gekommen, die das Familienzentrum, das Sankt Josefshaus, die städtische Stabsstelle für Integration und Flüchtlinge, den Freundeskreis Asyl, den Caritasverband Landkreis Lörrach, die Wohnungslosenhilfe AGJ, die IG Spielplatz Schwedenstraße, den Runden Tisch Mitgemischt, die Freiwilligenagentur und den Sozialen Arbeitskreis Lörrach (SAK) vertraten. Drei interessierte Bürger waren gekommen, und mehrere Teilnehmer hatten einen Migrationshintergrund. Somit bot auch das fünfte Themenforum eine breite Vielfalt an Meinungen und Sichtweisen für eine Diskussion über Kultur, Werte und das gesellschaftliche Zusammenleben.

Teilnehmer wehrt sich gegen verpflichtende Leitkultur

Nach einem kurzen Input durch Kadyrbayeva teilten sich die Teilnehmer auf zwei Kleingruppen auf und suchten Antworten auf die drei Fragen: Mit wem der Dialog geführt werden soll? Was sich ändern soll? Und wer oder was fehlt noch? Teilweise wurden die Diskussionen grundsätzlich. „Warum soll dieser Wert hochgehalten werden?“, fragte ein Teilnehmer, ein anderer wehrte sich gegen eine verpflichtende Leitkultur.

Sie entwickeln Handlungsempfehlungen und Maßnahmen

Die Ergebnisse der Gruppen präsentierten Kadyrbayeva und Günther Schmidt vom SAK. Auf Basis dieser Ergebnisse entwickelten die Teilnehmer in einer zweiten Arbeitsphase kurz-, mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für das Konzept für Integration und Teilhabe, das die Stadtverwaltung zusammen mit der Fachfirma Imap erstellt.

Die Vernetzung ist auch diesmal ein großes Thema

Wie schon in den vorherigen Workshops war auch beim aktuellen die Vernetzung wieder ein großes Thema. „Ich finde, wir müssen die bestehenden Ehrenamtlichen besser vernetzen. Das Vernetzt-Sein hilft uns allen“, brachte es Herwig Popken vom Freundeskreis Asyl auf den Punkt, wobei er sich auf ein gezieltes Vernetzen von Ehrenamtlichen aus ähnlichen Bereichen bezog. Als Handlungsempfehlungen kamen wieder zahlreiche Vorschläge zusammen. Etwa ein Kulturfest, eine offene Diskussionsrunde über Werte, Demokratiekurse und die Kommunikation durch eine Broschüre mit Integrationsangeboten auf verschiedenen Sprachen zu verbessern.

Auswertung und Vertiefung

Bürgermeisterin Diana Stöcker sagte, dass auch in den vorangegangenen Themenforen schon gute Ideen zusammen getragen wurden, die wie auch die Ergebnisse des Themenforums Werte, Kultur und Teilhabe in das Konzept für Integration und Teilhabe einfließen. Die Ergebnisse der fünf Themenforen werden in der Steuerungsgruppe der Stadtverwaltung ausgewertet und mit Experten vertieft. Stöcker kündigte an, dass das Konzept im kommenden Sommer dem Gemeinderat vorgestellt werden soll. „Unser Ziel ist es, eine konkrete Handlungsempfehlung für die kommenden fünf bis zehn Jahre zu erstellen“, erklärte Stöcker.