Nach der ersten Vorstellung des Murger Ärztehauses mit Rathauserweiterung im November 2017 wurde das Projekt in den letzten Monaten völlig neu überplant. Mit der Trenova Immobilien GmbH aus Bad Säckingen ist außerdem ein neuer Investor am Zug. Arzt und Apotheker Wolfgang Ullrich aus Bad Säckingen, der das Projekt auf den Weg gebracht hatte, wird Eigentümter des ersten Obergeschosses, die Gemeinde Murg übernimmt als Eigentümer das zweite Obergeschoss. Das ursprünglich vorgesehene Konzept wurde beibehalten. Der Gemeinderat befürwortete die neue Planung einstimmig.

Neues Erscheinungsbild

"Es war schwierig alles unterzubringen", so Architekt Dieter Merz aus Bad Dürrheim bei der Planvorstellung am vergangenen Montag im Gemeinderat. Merz hatte sich ordentlich in das Projekt "reingekniet" und präsentierte ein Gebäude mit einem Fassadentyp, der in der Region bislang kaum in Erscheinung tritt. Es handelt sich hierbei um eine Stahlkonstruktion mit vorgehängter Fassade, die mit Holzlamellen verblendet ist. Transparenz war wichtig. "Umso näher man heranfährt, umso mehr öffnet sich die Fassade", erklärte Merz.

Tiefgaragenzufahrt verlegt

Umgeplant wurde auch in Sachen Tiefgarage. Sollte ursprünglich von Norden her in die eigene Tiefgarage zugefahren werden, wird nun die Zufahrt zur bestehenden Tiefgarage des Nachbargebäudes verwendet. Insgesamt 18 Stellplätze sind vorgesehen, auch ein Archivraum für die Gemeinde. Durch das Gefälle sei eine Zufahrt von Norden her nicht möglich gewesen, erklärte Markus Brands von der Trenova Immobilien GmbH.

Apotheke, Arztpraxis und Penthouse

Ansonsten wurde auf die bestehende Konzeption zurückgegriffen. Im Erdgeschoss siedelt sich die Murgtalapotheke (154 Quadratmeter) an, eine Erweiterung des bestehenden Rathauses zum neuen Ärztehaus hin schafft Platz für ein Foyer mit Bürgerservice (80 Quadratmeter). Ebenfalls im Erdgeschoss ist das Bauamt (176 Quadratmeter) untergebracht. Im ersten Obergeschoss mietet sich das Hausärztliche Zentrum Oeschger, Heilmann, Lütte-Fiedler und Ertel aus Laufenburg ein. Insgesamt ist Platz für fünf bis sieben Ärzte mit den dazugehörenden Behandlungsräumen (343 Quadratmeter). Im zweiten Obergeschoss ist die Gemeinde Murg dann Eigentümer dreier Einheiten (76, 62 und 150 Quadratmeter), die gewerblich genutzt werden sollen. Schließlich ist dann noch das Penthouse mit zwei Wohnungen (jeweils cirka 135 Quadratmeter).

Reaktionen aus dem Gemeinderat

Die neue Planung gefiel. Detailfragen betrafen etwa die Bepflasterung der Hauptstraße und die Holzfassade. Rat Roland Baumgartner (FW) meinte beispielsweise: "Der Verkehr muss fließen". Architekt Dieter Merz bestätigte daraufhin mit einem klaren Ja. Der Hännemer Ortsvorsteher Dieter Muck(CDU) bewertete positiv, dass die Lamellen der Holzfassade grau vorbehandelt werden und somit über die Jahre ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet ist. Ratskollege Georg Kirschbaum (SPD) erfuhr auf Nachfrage, dass durch die Fassade 25 bis 30 Prozent an Lichteinfall verloren gehe, aber durch große Fenster teilweise wieder ausgeglichen werde.

Rat Wolfgang Fürst (FW) wiederum interessierte sich für einen späteren Unterhaltungsaufwand der Holzfassade. Dazu wusste Markus Brands: Es werde günstiger sein, die Holzlamellen auszutauschen, als die gesamte Fassade neu zu streichen. Um den Zugangsverkehr zur Tiefgarage sorgte sich Rat Otto Frommherz (CDU). Auch hier gab's Entwarnung: Der Verkehr werde sich dadurch nicht verdoppeln, bezog sich Brands auf Erfahrungswerte.

Architektonischer Punkt für Murg

"Ich denke, dass wir nach unserem Leitbild auch einen architektonischen Punkt setzen mussten", bewertete Bürgermeister Adrian Schmidle und ergänzte: "Wir müssen dankbar sein, etwas herzubekommen." Der Erweiterungsbau Rathaus zum Ärztehaus hin wird die Gemeinde 1,5 Millionen Euro kosten.