Während des Insolvenzverfahrens des Textilunternehmens Lauffenmühle in Lauchringen wurden 49 Arbeitsplätze gestrichen. Nachdem der Traditionsbetrieb, der eine Produktion in Lörrach betreibt, Ende September vergangenen Jahres seine Insolvenz bekannt gegeben hatte, wurde das Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Waldshut-Tiengen nun wieder aufgehoben. Zuvor hatten die Gläubiger einstimmig den Insolvenzplan angenommen. Das teilte Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Philipp Grub aus Stuttgart jetzt mit.

Die betroffenen Mitarbeiter konnten in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft eintreten, teilte Philipp Grub mit. Hauptsächliches Ziel einer solchen eigenständigen Gesellschaft sei es, die Arbeitnehmer ohne zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit durch Qualifizierungsmaßnahmen und Unterstützung in der Bewerbungsphase ein neues Arbeitsverhältnis finden zu lassen. Das Traditionsunternehmen Lauffenmühle habe die Zeit des Insolvenzverfahrens genutzt, um den Betrieb wieder neu aufzustellen, dabei seien auch unwirtschaftliche Artikel aufgegeben worden. Die Lauffenmühle GmbH & Co KG ist eine reine Produktionsgesellschaft, der Vertrieb erfolgt über die Lauffenmühle System GmbH, die von der Insolvenz laut Philipp Grub nicht betroffen war. Die Kundenbeziehungen blieben deshalb laut Grub von der Insolvenz unberührt. „Mit dem Insolvenzverfahren wurden sehr gute Voraussetzungen für einen Neustart der Lauffenmühle geschaffen“, schreibt Insolvenzverwalter Philipp Grub.

Das Unternehmen, in dem laut Insolvenzverwalter Philipp Grube nach der Entlassung der 49 Mitarbeiter 229 Frauen und Männer arbeiten, hatte vergangenes Jahr wegen drohender Zahlungsunfähigkeit über den Insolvenzantrag informiert. Seit dem Frühjahr 2015 seien Umsatzeinbußen und Preiseinbrüche bei Standardgeweben zu verzeichnen gewesen. Deshalb sei die Produktion nicht mehr ausgelastet und die Kosten seien zu hoch gewesen.

Der im vergangenen Jahr von der Geschäftsführung vorgesehene Restrukturierungsplan, sich von Standardgeweben zu trennen und sich zukünftig ausschließlich auf die seit Jahren wachsenden Bereiche der Funktionsgewebe, kundenbezogene Sonderartikel, Buntgewebe und dem Lagergeschäft mit Web- und Profishop zu konzentrieren, wurde bereits umgesetzt, informierte Philipp Grub auf Nachfrage.

Bereits im Jahr 2009 hatte das Traditionsunternehmen Lauffenmühle, das über 175 Jahre alt ist und laut eigenen Aussagen in Lauchringen und Lörrach knapp 300 Mitarbeiter beschäftigt, Insolvenz anmelden müssen. Auch 1993 und 1994 hatte das Unternehmen zweimal in kurzer Zeit einen Vergleich angemeldet, der einer heutigen Insolvenz entspricht. Jedes Mal schrumpfte die Belegschaft erheblich.